Endlich Sommer, mit dem Womo am Strand, oder doch nicht? 11.07.-13.07.2025

Endlich Sommer, mit dem Womo am Strand, oder doch nicht? 11.07.-13.07.2025

Freitag, 11.07.2025 Wenn ein Plan nicht aufgeht

Heute kamen wir mal beizeiten los, schon 12.15 rollten wir vom Hof. Dieses Wochenende soll ja das erste Sommerwochenende fuer dieses Jahr werden, also vom Wetter her, das wollten wir gerne irgendwo am Strand verbringen, aber möglichst auch nicht zu weit weg, bringt ja nix ewig zu fahren fuer ein Wochenende.

Also hatte ich mir bei Park4night einen vermeintlich perfekten Platz ausgesucht, einen kleinen Campingplatz bei Kalix, direkt beim Strand. Hach wuerde das schön werden, tagsueber am Strand liegen, sonnen, baden, was man eben so macht an einem Sommertag und abends dann wenn die Tagasbadegäste heim gefahren sind hat man den Strand fast fuer sich alleine. Ungefähr so lauteten auch die Bewertungen bei Park4night und wir sahen diesem Wochenende wirklich mit Freude entgegen.

Die Fahrt nach Kalix verlief wie immer problemlos. Als wir dann aber auf den Weg einbogen der zum Strand fuehrte schwahnte uns schon nichts Gutes. Alles mit Autos zugeparkt, wir kamen kaum mit Louis durch. Als wir uns dann endlich bis zum Campingplatz durchgekämpft hatten dachte ich ich sehe nicht richtig. Alles voll, ausschliesslich Dauercamper mit Wohnwagen. Die sahen nicht so aus als wuerden sie diesen Sommer nochmal dort wegfahren. Na toll, und nun? Einen Plan B hatte ich nicht, wozu auch, Plan A war doch perfekt. Was tun? Nochmal geschaut was es in der Nähe gab. Es gab durchaus noch ein paar Campingplätze zur Auswahl aber die riefen Preise aus, da hatte ich keine Lust drauf. Also beschlossen wir, nach Haparandahamn zu fahren. Dort waren wir ja damals mit dem Womo meiner Eltern schonmal und so schlecht war der Platz nicht, nur einen Strand hatte er nicht. Jedoch konnte man den dieses Mal nicht mehr vorbuchen, es gab nur noch Drop in. Naja, wird schon was frei sein. Als wir dann aber an diversen Campingplätzen vorbeikamen und diese ziemlich voll waren (und das ist noch untertrieben) kamen uns erste Zweifel. Hatten wir einen Plan C? Nicht wirklich. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Als wir dann gegen 16 Uhr auf dem Stellplatz in Haparandahamn ankamen war auch dieser schon sehr gut gefuellt. Du meine Guete. Aber zum Glueck konnten wir noch einen der letzten Plätze ergattern. An einen Platz am Wasser war allerdings nicht zu denken. Das dazu. Und wie schon erwartet gab es natuerlich auch keinen Strand, man konnte zwar vom Bootssteg aus ins Wasser gehen aber dieses war so dreckig und voller Fische, nein Danke.

Während ich in der unbemannten Rezeption war und die inzwischen 200  SEK fuer den Stellplatz zahlte, musste Sven auf Geheiss des Mannes der dort Platzwart spielte nochmal umparken. Nun hatten wir so eine Neigung nach vorne das man nichtmal mehr auf der Sitzbank sitzen konnte ohne Rueckenschmerzen zu bekommen. Das hatte Sven aber nicht gleich bemerkt und hatte schon die Jalousie und alles aufgebaut, da war es nun auch zu spät noch aufzubocken. Ich war bedient. Die Tatsache das ich kein Mittagessen hatte tat ihr Uebriges. Mir war nur noch zum heulen. Aber was hatte ich fuer eine Wahl? Jedoch kam eine: machen wir das Beste draus-Stimmung einfach nicht auf. Da half auch der Kaffee nichts den ich nun erstmal kochte. Naja, zumindest war das Wetter wie versprochen. Aber was nuetzte das wenn man nicht an einen Strand kam?

Neben uns standen zwei deutsche Womos und irgendwann kam man dann mit den Bewohnern ins Gespräch. Die Einen waren auch mit der MS Midnattsol in der Antarktis, allerdings ein Jahr vor uns, da konnte man mal wieder in Erinnerungen schwelgen und Erfahrungen austauschen. Auch schön. Abendbrot habe ich dann auch vergessen und getrunken habe ich auch viel zu wenig heute so das es mir wirklich auch nicht gut ging. Heute kam einfach alles zusammen.

Als es dann abends irgendwann zu kalt und mueckig wurde (so gegen 22 Uhr) gingen wir zu Bett. Eine Lösung wie das Wochenende weitergehen sollte hatten wir noch nicht gefunden.

Samstag, 12.07.2025 wir ziehen um-endlich baden

6 Uhr war die Nacht vorbei. Da ist der Erste abgereist. Und dann ging es Schlag auf Schlag, einer aus der Reihe am Wasser ist abgereist da musste natuerlich gleich einer aus der zweiten Reihe umparken. Das war ein Betrieb auf dem Platz, Wahnsinn. Kein Wunder das abends um 8 Uhr bei den Meisten schon Schicht im Schacht ist. Wenn man morgens sonstwann aufstehen muss um als erster in das Rennen um den nächsten Stellplatz zu gehen. Wahnsinn wie sich das innerhalb so kurzer Zeit so verändert hat. 9 Uhr war schon die Hälfte abgereist.

Nun war es an der Zeit sich mal Gedanken zu machen wie das nun heute weiter geht. Ehrlich gesagt wollte ich nicht hier bleiben. Ausser im Stuhl in der Sonne zu sitzen gab es hier einfach nix zu tun. Ich ging im Kopf alle Möglichkeiten durch, war zum Schluss schon wieder in Luleå an nem Strand, also heute nach Luleå, den Tag am Strand verbringen und dann heim. Das wollte Sven aber auch nicht. Dann bin ich nochmals alle Campingplätze durchgegangen die es zwischen hier und Luleå gibt und die am Meer liegen. Am Ende blieb ich beim Rörbäcks Camping hängen. Der war preislich auch noch okej, lag am Meer mit Badestrand. Als ich vorbuchen wollte sagte mir die Buchungsseite das heute nix mehr frei sei. Wollte ich nicht glauben, ich ging davon aus das man einfach so kurzfristig nicht mehr vorbuchen kann. Ausserdem muss man doch auch spontan auf einem Campingplatz vorfahren können und einen Platz bekommen. 

Sven dagegen liebäugelte mit dem Frevisören Camping, der war mir persönlich zu teuer auch wenn es dort nicht schlecht war, wir hatten dort ja schonmal eine Huette uebers Wochenende gehabt. Aus Spass schaute Sven ob man Frevisören vorbuchen konnte. Da war noch ein einziger Platz frei. Von ueber 80. Das gibts doch gar nicht. Konnte denn das wirklich sein? Wir haben hier noch nie volle Plätze gesehen. Was machen wir denn nun? Auf gut Glueck auf den Rörbäcks fahren oder Frevisören buchen und eventuell ein teures Lehrgeld zahlen wenn die Plätze doch nicht ausgebucht sind? Wir entschieden uns fuer Letzteres, Sven buchte den letzten verfuegbaren Platz.

Gegen 11 Uhr brachen wir auf. Wir fuhren zunächst mal auf die Insel Seskarö, ich wollte schon immer mal dorthin, ausserdem hatte ich gestern bei Park4night dort einen Platz gefunden den ich mir zumindest mal anschauen wollte wenn man schonmal da ist. Und wer weiss vielleicht wuerden wir ja noch die ein oder andere Stelle finden die nicht in der App aufgefuehrt ist.

Gesagt getan, wir fuhren zu dem Stellplatz. Der war wirklich toll, hat allerdings nur Platz fuer 2 Wohnmobile. Aber jetzt gerade war frei. Uns gefiel es hier so gut das Sven schaute ob er den Campingplatz wieder stornieren kann. Konnte er natuerlich nicht. Aber wir behalten den Stellplatz auf Seskarö auf jeden Fall im Hinterkopf, mit Toilette, Sauna, Dusche, Grillplatz, direkt am Wasser und ruhig gelegen.

Weitere Möglichkeiten haben wir nicht gefunden und so machten wir uns dann auf den Weg nach Frevisören. Unterwegs wurden wir von einem Auto ueberholt was ein thailändisches Nummernschild hatte. Zumindest stand da Thailand drauf. Sven meinte das kann ja gar nicht sein, wer weiss was das war. Als uns etwas später dann allerdings das nächste thailändische Auto ueberholte glaubte er mir. Verrueckt, wir kommen die denn mit den Autos bis hierher? Und man denkt immer man hat schon alles gesehen.

Gegen 13.30 Uhr sind wir dann auf dem Campingplatz angekommen und ich bin erstmal einchecken gegangen. Natuerlich konnte ich mir nicht verkneifen zu fragen ob sie wirklich ausgebucht sind oder ob nur eine gewisse Anzahl vorzubuchen geht. Nein, man war tatsächlich ausgebucht. Wow, bloss gut ds wir den letzten Platz gebucht hatten. Ich fragte dann noch was man denn macht wenn man ohne vorbuchen hier auftaucht? Dann hat man Pech und muss wieder wegfahren. Unglaublich. Das hätten wir nie im Leben gedacht das man auch hier oben volle Campingplätze hat, zumal die wie gesagt ja auch nicht billig sind, immerhin mussten wie ueber 40 Euro dafuer zahlen. Dafuer bekommt man natuerlich auch ne ganze Menge, viel mehr was man braucht aber ich habe lieber weniger und zahle dafuer weniger.

Wir haben dann unseren Platz aufgesucht, auch hier war es etwas wild, man soll sich um seinen Stromanschluss herum einfach einig werden wie man steht. Hm. Vor Ort stand schon ein grosses deutsches Wohnmobil was scheinbar auch erst kurz vorher angekommen war zumindest war man dort gerade mit dem Aufbauen beschäftigt. Nachdem wir dann ne Weile hin und her ueberlegt haben wir wir am besten stehen könnten präsentierten wir den Bewohnern des deutschen Wohnmobils unsere Pläne und fragten ob sie damit okej sind, immerhin wären wir nun Nachbarn. Ja, war kein Problem und so stellten wir uns auf. Und heute bockten wir auch vorne auf so das wir heilwegs gerade standen. 

Dann gab es ersteinmal ein Eis, Spätestens jetzt hat Sven auch seine Diät beendet. Eine schöne Zeit haben und gleichzeitig Diät halten passt eben einfach nicht zusammen. Mittagessen hatten wir auch schon wieder vergessen. Danach gingen wir eine Runde baden. Herrlich aber immernoch ziemlich erfrischend. Das Wetter war nun endlich sommerlich, schön warm, Sonne satt.

Wie es eigentlich zugegangen ist weiss ich gar nicht aber irgendwie kamen wir dann doch mit unseren Stellplatznachbarn ins Gespräch. Endlich mal Leute die nicht 70 plus sind. Also nichts gehen die ältere Generation aber es ist schon auch mal schön, Leute der eigenen Generation zu treffen, irgendwie passiert das ziemlich selten. Denn oft erfuellen sich die Leute erst in der Rente den Traum vom Wohnmobil oder aber, wenn sie juenger sind, haben sie nicht so viel Urlaub das sie bis hier hoch kommen. Es stellte sich dann auch heraus der er selbstständig war. Also das war einfach nur perfekt. Man kann sich ja oftmals nicht mit Leuten ueber seine Erfahrungen als Selbstständiger unterhalten da die Meisten es nicht verstehen. Aber heute…… Die beiden waren super nett und wir haben uns so gut unterhalten. Ich wurde auch auf ein Glas Lille eingeladen oder wie auch immer man das schreibt. Ich mache mich ja immer drueber lustig wenn ich die Werbung dafuer im Fernsehen sehe aber ich muss zugeben, das war wirklich super lecker.

Wir haben uns bei Ihnen auch wieder Anregungen fuers eigene Wohnmobil holen können vor allem was eine sinnvolle Verwahrmöglichkeit in der Garage anbelangt. Auch bekam ich eine Fuehrung durch das Wohnmobil, ja das war dann doch nochmal ne ganze Ecke imponierender, aber ja, immerhin war es ja auch 9 Meter lang, da passt natuerlich mehr rein. Aber war schon toll. Und dabei haben wir mal wieder festgestellt das wir eigentlich herumreisen wie arme Leute, wir haben ja noch nichtmal einen Tisch und auch essenstechnisch ists oft nicht weit her, wir haben oft nur vorgekochtes oder schnell zuzubereitendes Essen dabei und kaum Frischwaren. Und nen Grill haben wir auch nicht, das ist ja nahezu ein Muss im Womo. Aber so ist das eben wenn man nur uebers Wochenende unterwegs ist, da will man dann nicht noch Kochorgien veranstalten.

Zum Abendbrot gab es dann Salat, das einzige Nichtfertige was ich mithatte. Dann sind wir noch ne Runde uebern Platz gelaufen und haben dabei festgestellt das wir neben dem einzigen Deutschen Wohnmobil auf dem ganzen Platz standen. Da haben wir wirklich Glueck gehabt. Natuerlich wäre es auch okej gewesen, inmitten von Schweden oder Norwegern zu stehen aber dann wäre der Tag nicht halb so gelungen gewesen. Irgendwie kann man mit Schweden einfach keine tiefgruendigeren Gespräche fuehren, ja selbst oberflächliche Gespräche sind schon schwierig.

Ich habe ja heute absichtlich immer in der Sonne gesessen während alle anderen oft den Schatten bevorzugten. Dementsprechend war ich die Einzige mit Sonnenbrand. Den kuehlte ich dann am Abend im Meer ab, Sonnenbrand hat ja so die Angewohnheit, immer noch weiterzubrennen und schlimmer zu werden auch wenn man sich längst nicht mehr der Sonne aussetzt. Und dieses Weitergaren sozusagen habe ich dann mit einem erfrischenden Bad unterbrochen.

Mittlerweile war die Sonne am untergehen und es wurde wieder kuehler und irgendwie auch ziemlich feucht draussen so das wir uns nun alle in die Wohnmobile zurueckzogen. Die Entscheidung, auf den Frevisören Camping zu fahren hat sich, trotz des Preises, als goldrichtig entpuppt. Das war das Beste was wir machen konnten.

Sonntag, 13.07.2025 Es wird heiss und Winnetou geht baden

Als ich vom Licht von Svens Handy geweckt werde dachte ich was geht denn jetzt los, mitten in der Nacht. Denkste, es war schon 8 Uhr. Und hier war es total ruhig draussen, keiner der sonstwann schon abreiste, kein Tueren knallen und die paar die schon munter waren verhielten sich sehr ruecksichtsvoll. Was fuer ein Unterschied zu gestern. Toll. Vor dem Fruehstueck gingen wir ersteinmal baden, bevor der Strand erst wieder vor leuten wimmelt. Jetzt waren wir noch fast alleine. Herrlich.

Dann Fruehstueck, der fehlende Tisch zwang uns wiedermal dieses im Wohnmobil einzunehmen und das obwohl es draussen so schön war. Nahezu zu schön, heute wurde es ganz schnell wirklich ziemlich warm. Heute war Schwitzen angesagt.

Ich wollte gerne bevor wir fahren nochmal durch den Wald spazieren, raus ans offene Meer wo ich damals mit den Kindern schonmal war. Da Sven nicht mitwollte dachte ich mir ich kann mir vielleicht den Hund der Nachbarn als Begleitung borgen. Jedoch hatten die Beiden schon die gleichen Pläne und wir beschlossen einfach, zusammenzugehen. Sven entschied sich dann doch mitzukommenund so machten wir uns zu viert plus Hund auf den Weg. Und der Hund ist einfach nur ne Marke. Ein Golden Retriever. Er liebt Wasser. Immer wenn er die Chance hat geht er ins Wassser und dann legt er sich hin und kuckt einen verschmitzt an. Dieses Spiel wiederholte er wieder und wieder, Immerhin geht der Weg oft nah am Wasser lang. Der Hund heisst ueberigens Winnetou. 

Als wir wieder zurueck waren war es dann fuer uns an der Zeit uns fuer die Abfahrt vorzubereiten. mehr als widerwillig muss ich sagen. So schwer wie heute ist es einem lange nicht gefallen heim fahren zu muessen. Jetzt wo endlich der Sommmer da ist will man diesen doch lieber geniessen als zu arbeiten. 

Wir veraabschiedeten uns dann von unseren Nachbarn. Als ich heute Nacht den gestrigen Tag Revue passieren liess ist mir aufgefallen das eigentlich wir die ganze Zeit am reden waren. Das muss ein Resultat des fehlenden sozialen Kontaktes hier sein. Man ist so froh wenn man endlich mal jemanden hat mit dem man sich gut versteht das man einfach nur alles auf einmal erzählen will. Ich dachte schon, unsere Nachbarn denken sicher, „bloss gut das sie heute abreisen und wir wieder unsere Ruhe haben“ Umso ueberraschend kam fuer mich die doch wirklich herzliche Verabschiedung. Das hat mich wirklich beruehrt. Falls ihr hier vorbeischaut, es war wirklich schön euch kennengelernt zu haben.

Ja, 11.45 Uhr verliessen wir dieses Paradies und machten uns auf den Heimweg. Versuchten unterwegs noch erfolglos das Grauwasser loszuwerden, immerhin wird der Louis wohl jetzt ersteinal paar Wochen Pause haben. In Luleå fuhren wir dann noch an den Biltema ran, gleich nochmal schauen ob wir nicht noch was fuers Womo bekommen. Bekommt man natuerlich immer, heute eine weitere Antirutschmatte fuer die Garage, ein Badetermometer (muss man einfach haben), Addblue, Duftbäume und nen Waschhandschuh, der Louis braucht mal bisl Pflege, diese ganzen zerschellten Insekten sehen einfach nicht gut aus.

Gegen 14.30 Uhr waren wir dann zu Hause. Da wir morgen schon 8 Uhr los muessen mussten wir dann heute schon etwas vorarbeiten, also ran an den Computer und Rechnungen schreiben, Kaffeepause, dann weiterarbeiten, Pakete packen….

Uebrigens hatten wir heute 28 Grad, im Schatten. Geht doch mit dem Sommer.

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