Eine Kirche zieht um – das können wir uns doch nicht entgehen lassen

Eine Kirche zieht um – das können wir uns doch nicht entgehen lassen

Seit Jahren wurde der Umzug vorbereitet. Warum eigentlich? Die Erzgrube will expandieren und da mussten Teile der Stadt Kiruna weichen. Viele Wohnhäuser wurden abgerissen, manche, vor allem denkmalgeschuetzte, Gebäude wurden schon umgezogen. Aber die Kirche ist mit Abstand das grösste Gebäude was umziehen sollte. Wie gesagt, das alles wurde schon einige Jahre vorbereitet, die Kirche ist bereits seit 3 Jahren gesperrt. Und dieses Jahr, um genau zu sein am 19. und 20. August war es dann soweit, der Umzug sollte statt finden. 5 Kilometer weit sollte die Kirche transportiert werden, verteilt auf 2 Tage. Umzugsgeschwindigkeit 0,5 Kilometer pro Stunde.

Natuerlich wollten wir uns das auch mal Live und in Farbe anschauen. Der Plan: da wir ja schon am Wochenende weg waren mussten wir Montag und Dienstag ersteinmal arbeiten. Dann dachte ich so wenn wir Dienstag nach Arbeit losfahren muessten wir gegen 18 Uhr in Kiruna ankommen, da ist dann der erste Umzugstag schon vorbei und die Kirche fuer die Nacht geparkt. Dachte da ist dann nicht mehr soviel los und um die Zeit hat man am ehesten die Chance, in die Stadt zu kommen und vielleicht einen Parkplatz zu bekommen. Und Mittwoch frueh 8  Uhr sollte der Umzug weitergehen da wollten wir dann zuschauen gehen. Die Idee war, in der Nacht auf dem Parkplatz beim Coop  zu parken. So wie ich das verstanden habe sollte die Kirche dort in der Nähe auch uebernachten, da könnte man ja Dienstag schonmal kucken gehen. Natuerlich gab es auch noch Plan B und C, falls A nicht funktioniert. Man hörte ja schon wieder nur Horrormeldungen sowohl in der Presse als auch von Leuten, so viele Leute hat Kiruna noch nie gesehen, wer weiss ob man ueberhaupt zum Coop kommt, man darf gar nicht in die Stadt rein sondern muss direkt zum Flughafen und dort parken…..

Dank sehr effektivem Arbeoten und der Tatsache das Thorben seinen letzten Arbeitstag hatte bevor fuer ihn die Schule wieder losgeht waren wir super zeitig mit der Arbeit fertig und konnten schon 12.40 Uhr das Haus verlassen. Ui, das war ja fast sogar zu zeitig, wuerden wir da nicht noch mitten in den Umzug platzen? Die Fahrt verlief auch im Grunde super, ich hatte extra vorher geschaut das es keine Baustellen auf der Strecke gibt und so kamen wir gut voran. Zumindest bis Gällivare. Denn danach gab es dann natuerlich………….Baustellen. Mal wieder das volle Program, Asphalt weg, Buckelpiste. Na toll, zum Glueck hatten wir genug Zeit. Deshalb haben wir dann in Lappeasuando auch eine Kaffeepause eingelegt, wie gesagt, zu zeitig wollten wir auch nicht da sein. Nach der Pause ist Sven dann weiter gefahren da ich ja Plan A, B und C ausgearbeitet hatte, da war es schon besser das ich die Navigation uebernahm. Kurz nach 17 Uhr kamen wir in Kiruna an. Ich ging ging davon aus das zumindest der Lombololeden gesperrt ist da dort die Kirche geparkt steht und wir einen anderen Weg zum Coop suchen muessen. Aber nix. Also man war schonmal nicht gezwungen zum Flughafen zu fahren. Im Gegenteil, es war nichtmal ausgeschildert das es dort einen grossen Publikumsparkplatz gibt. Und auch der Lombololeden war fuer den Verkehr frei. Na dann….. mal schauen wie weit wir kommen. Und wir kamen ziemlich weit. Fast bis zur Kirche. Als ich die plötzlich vor uns stehen sah war mal kurz Chaos in meinem Kopf und die Navigation war schwierig aber dann hatte ich mich wieder gefangen. Nun durfte man logischerweise nicht in die Kirche reinfahren also mussten wir dann doch eine kleine Umleitung fahren aber diese fuehrte uns geradewegs zu dem Parkplatz wo wir hin wollten. Von Menschenmassen war auch nix zu sehen, die waren alle schon heimgegangen da der Umzug fuer heute schon fertig war. 

Zu unserer Freude gab es auch noch genug Plätze um den Louis abzustellen, klar man war natuerlich nicht alleine aber voll war es auch nicht. Also haben wir den Louis abgeparkt, wenn das Hinterteil hinten raus ragen kann passt er sogar in eine normale Parkluecke. Nachdem wir geparkt hatten sind wir gleich erstmal zur Kirche gelaufen, die stand ja nur ca. 200 Meter weg.

Das war schon imponierend zu sehen wie sie da so auf der Strasse parkte. Und auch das man eigentlich ziemlich nah ran kam. 

Dann waren wir bei Burger King Abend essen, wenn man schonmal da ist….

Da es auf unserem „Stellplatz“ ziemlich laut war durch die direkt vorbeigehende Strasse machten wir dann einen kleinen Verdauungsspaziergang. Wir wollten mal schauen ob es nicht auch Parkplätze gibt die etwas weiter weg von der Strasse sind, im hinteren Bereich des Gewerbegebietes. Und tatsächlich, da gab es so einige…..leider war dort ueberall das Parken zwischen 21 und 6 Uhr verboten. Schade, da hatten wir aber Glueck das die Parkplätze im vorderen Bereich nicht auch nächtliches Parkverbot hatten.

Als wir zurueck waren haben wir uns etwas mit den Nachbarn unterhalten, sie waren extra aus Karlskoga angereist um dem Umzug beizuwohnen. 

Aber irgendwie waren wir nicht richtig zufrieden mit dem Standplatz und so ging Sven nochmal schauen ob wir nicht zumindest einen zumindest ein klein wenig ruhigeren Platz finden könnten zumal wir auch ziemlich nach vorne geneigt standen. Das Ergebnis seiner Untersuchung war dann ein Umzug zumindest in die 3. Parkreihe, also etwas weg von der Strasse, mit anderen Womos dazwischen die den Lärm dämpften. Es war gleich viel leiser und vor allem hier standen wir wirklich schön gerade.

Nach dem Umzug waren wir noch kurz im Ica, mehr zum Zeitvertreib als das wir wirklich was brauchten. Aber irgendwas findet man immer.

Ja und da wir sonst nix weiteres zu tun hatten sind wir dann auch beizeiten in die Betten gekrochen zumal es doch ziemlich kalt war, nur 8 Grad draussen und 18 Grad drinnen. Wir haben dann auch die Heizung angemacht, nicht auf hohe Temperatur aber zumindest so das wir nicht frueh mit Eiszapfen an den Nasen aufwachen.

Die Nacht war ganz okej, irgendwelche halbstarken Idioten gibts natuerlich immer die in der Nacht lautstark ihre Pferdestärken spielen lassen und hin und wieder wurden wir auch vom Wind durchgeschuettelt aber sonst war es ganz in Ordnung.

7.15 Uhr sind wir aufgestanden, immerhin, zu Hause stehe ich 5.30 Uhr auf also war das heute schon sowas wie ausschlafen.

Estmal Fruehstueck und gegen 8 Uhr haben wir uns aufgemacht zur Kirche.

Eigentlich sollte der Umzug 8 Uhr weitergehen aber als wir 10 Minuten nach 8 dort ankamen stand die Kirche noch still und wir mussten noch ca. 20 Minuten in der Kälte (7 Grad) ausharren bevor es endlich losging. Und wieder war ich einfach nur verwundert wie nah man an die Kirche rankam, natuerlich gab es da Leute die so etwas wie eine Absperrung darstellten aber mal ehrlich die hätten auch nichts ausrichten können wenn ein Bekloppter zur Kirche gestuermt wäre.

Ja wie gesagt, gegen 8.30 Uhr setzte sich die Kirche in Bewegung. Wir und weitere ca. 100 Leute inkl. jeder Menge Presse liefen dann langsam vor der Kirche her. Da wo wir gestern labggefahren sind musste die Kirche eine ca. 90 Gradkurve machen, bis dorthin wollten wir die Kirche begleiten und sie dann an uns vorbeiziehen lassen damit man das Ganze auch von der Seite und von hinten sehen kann. Gesagt getan. Also man war ja nahezu irgendwie auch etwas enttäuscht. Das alles sah so einfach aus, so unspektakulär. Irgendwie hatte man sich da etwas mehr Aufregung erwartet, mehr Action. Aber gut, 0,5 Kilometer pro Stunde ist ja jetzt auch nicht direkt Renngeschwindigkeit. Aber war trotzdem sehr faszinierend was so alles möglich ist.

Nachdem die Kirche an uns vorbei war sind wir zurueck zum Auto und haben die Heimreise angetreten. Natuerlich hätten wir auch noch weiter zuschauen können aber erstens war es wirklich arschkalt und zweitens mussten wir ja auch wieder zurueck auf Arbeit. 

Die Rueckfahrt verlief dann im Prinzip wie die Hinfahrt, warne ja keine 24h dazwischen. Aud dem Rastplatz Lansjärv haben wir Mittagspause gemacht. Das war wirklich ein sehr guter Rastplatz, hier könnte man zur Not auch gut uebernachten, da gab es etwas von der Strasse entfernt noch eine Rundschlinge wo Parkbuchten fuer je 1 Womo waren mit jeweils Tisch und Bänken. Super.

Bevor es weiter ging haben wir noch entsorgt und dann ging es geradewegs nach Hause.

Ohne Louis hätten wir diesem Ereignis allerdings nicht bewohnen können denn alle Hotels und Unterkuenfte waren schon seit langem ausgebucht. Aber genau auch deswegen haben wir das Womo ja gekauft, damit man auch mal spontan was machen kann ohne davon abhängig zu sein ob es noch eine freie Unterkunft gibt.

Ein Gedanke zu „Eine Kirche zieht um – das können wir uns doch nicht entgehen lassen

  1. Danke für den Bericht. Wir hätten uns das auch lieber vor Ort angesehen, aber Kiruna ist dann doch ein bisschen seeehr weit – ich denke, um die 1000 km. Haben uns das aber im Netz angesehen und fanden das ziemlich beeindruckend.

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