Zu den Nachbarn 04.09.-07.09.2025

Zu den Nachbarn 04.09.-07.09.2025

Dieses Wochenende wollten wir Louis mal die grosse weite Welt zeigen und haben beschlossen zu den Nachbarn nach Norwegen zu fahren.

Nachdem ich Donnerstag vormittags noch mit Thorben beim Zahnarzt war kamen wir nicht ganz so zeitig los aber es war trotzdem genau nach Plan, zwischen zwei und drei Uhr wollten wir los, halb drei rollten wir vom Hof.

Erster Stop Gammelstad beim DHL, mussten noch zwei Pakete wegschaffen. Wir hatten beschlossen diesmal nicht die E10 bis Gällivare zu fahren sondern die 97. Und das erwies sich als richtig obwohl es 40 Kilometer mehr sind. Aber ueber Boden, Harads und Jokkmokk lässt es sich einfach besser fahren, nicht so viel Verkehr, vor allem viel weniger LKW.

In Harads hielten wir kurz am Lädchen an, wir wollten nachher Kaffee trinken hatten aber keine Lust erst welchen zu kochen und so kaufte ich so ein Paket kalten Kaffee. Dann fuhren wir weiter bis zum Rastplatz Edefors wo wir 16 Uhr dann Kaffee tranken.

Nach einem Blick auf Google stellten wir fest das unser Tagesziel, heute schon in Norwegen am Fjord zu uebernachten, nicht halten wuerde. Aber wir haben ja Zeit.

Nachdem wir Jokkmokk passiert haben und ueber den ersten grossen Staudamm fuhren sahen wir das dieser geöffnet war. Wow, in all den Jahren haben wir das noch nie gesehen das hier Wasser langfliesst, der Fluss war immer trocken da das Wasser ja umgeleitet wird durch die Turbinen und erst später wieder in den Fluss fliesst. Da mussten wir natuerlich mal anhalten. Dort sassen auch schon zwei Fahrradfahrer die sich das Spektakel anschauten. Aber natuerlich nicht irgendwelche, nein es waren Hockeyfans, der eine war im Trikot seiner Mannschaft Timrå unterwegs und sein Helm war ein Hockeyhelm. Auf einer Reflexweste stand geschrieben: mit dem Fahrrad vom Treriksröset nach Leksand. Warum nach Leksand wenn man Timråfan ist wissen wir zu diesem Zeitpunkt nicht.

Eine Googlesuche ergab dann das sie das schon seit 5 Jahren machen, voriges Jahr z.B. durch Finland nach Luleå, dieses Jahr eben Dreiländereck bis Leksand (1400 Kilometer) und sie fahren immer zum ersten Auswärtsspiel der Saison. Das Ganze zu Gunsten von Suizide Zero, also sie sammeln Spenden fuer diese Organisation.

Sie erzählen uns das alle 3 Kraftwerke offen sind und das wir unbedingt zu dem in Porjus fahren sollen da kann man auf einer Bruecke direkt ueber das tosende Wasser gehen. Na das lass besonders ich mir nicht zweimal sagen, nächstes Ziel also Porjus Kraftwerk. Nach etwas Suche fanden wir dieses auch, gingen uns das Spektakel anschauen, fotografieren und dann mussten wir aber weiter, auch wenn wir es nicht bis Norwegen schaffen wuerden so wollten wir doch in Kiruna zu Abend essen und es war jetzt schon 18 Uhr.

Die weitere Fahrt nach Kiruna war unspektakulär, die selben Baustellen wir noch vor zwei Wochen, hin und wieder ein totes Rentier am Strassenrand, zum Glueck keine lebenden Tiere auf der Strasse. 20 Uhr kamen wir dann endlich am Burgerking an. Arbeitsteilung. Sven ging Essen besorgen, ich ging einkaufen. Wir hatten nämlich unterwegs festgestellt das es uns gelungen war sämtlich Getränke aus dem Wohnmobil zu räumen, normalerweise hatten wir immer genug dabei, diesmal eben so gar nix.

Nach dem Essen hat auch Louis noch was in den Bauch bekommen bevor wir weiterfahren konnten. Wir wollten bis maximal 22 Uhr fahren und ich dachte ich schau trotzdem mal in der App ob ich nen Platz finde. Und tatsächlich, 45 Minuten entfernt gab es einen Parkplatz, asphaltiert, mit Toilette und Zugang zum Torneträsk. Perfekt. Mittlerwile war es auch dunkel geworden.

Ca. 10 Kilometer vor dem Parkplatz begann es dann. Der Wind nahm sehr zu und drueckte unseren Louis immer wieder mit voller Wucht Richtung Leitplanke. Da war ich aber froh das Sven fuhr und auch er hatte ganz schön zu kämpfen. Die Strasse ist jetzt auch nicht super breit so das man kein grosses Marginal hatte.

Ich war wirklich heilfroh als wir unbeschadet am Parkplatz ankamen. Diese Freude schlug aber schnell in Verärgerung um. Es ist wie gesagt ein Parkplatz mit ca. 10 aufgemalten Parkluecken. Und da stand in jeder zweiten Luecke ein Wohnmobil und in der jeweils freien Luecke standen dann Solarpanele, Fussbänke, also so das man da nicht dazwischen fahren konnte. Mit anderen Worten, wir fanden keinen Platz und mussten trotz fortgeschrittener Zeit und Sturm weiterfahren.

Auf der Strecke nach Abisko gibt es dann nicht wirklich einen geeigneten Platz zum Stehen und in Abisko gibt es zwar Parkplätze, dort darf man aber nicht uebernachten. Selbst auf dem Langzeitparkplatz fuer Wanderer ist es verboten im Auto zu uebernachten. Und so mussten wir noch weiter fahren bis hinter Björkliden wo wir dann den nächsten Platz ansteuerten, den Rallarkirchenparkplatz. Hier parkten auch schon einige Wohnmobile und vor allem kreuz und quer aber wir haben zumindest noch einen Platz gefunden.

Zur Belohnung fuer den Ärger mit dem anderen Parkplatz gab es dann noch etwas Nordlicht.

Am Freitag wachen wir 7.30 Uhr auf. Wieder haben wir so herrliches Wetter. Wieder haben wir vergessen die Brötchen aufzutauen. Also sind wir vor dem Fruehstueck eine kleine Runde spazieren gewesen, auf der einen Seite hatte man einen tollen Blick auf das Lapporten, auf der anderen Seite auf die schneebedeckten Berge Norwegens.

Kann man schlechter haben. Aber wie sich manche eben auch auffuehren. Vor allem die Norweger. Da standen zwei norwegische Liner (also so grosse vollintegrierte Womos), einer parkte normal wie man eben parkt und ein anderer hat sich im 90 Gradwinkel dazu gestellt, also quer und blockiert somit 4 Plätze. Also ehrlich das muss doch alles nicht sein.

Danach sind wir noch mit den schweizer Nachbarn ins Gespräch gekommen und so war es dann schon 10 Uhr als wir uns aufmachten. Ich dachte ja das es noch so zwei bis 3 Stunden bis zum Ziel sind aber als wir es in Maps eingegeben hatten war es nur ne Stunde. Na uns sollte es recht sein aber man bekommt da mal kurz so Anfluege von na das hätten wir gestern auch noch geschafft.

Ziel fuer heute und im Prinzip auch das Einzige geplante fuer diesen Ausflug war die Besichtigung der Georg Thiele, ein deutcher Zerstörer aus dem zweiten Weltkrieg. Angeblich sollte es dort auch einen Parkplatz sogar mit Feuerstelle geben.

Als wir da ankamen versperrte allerdings eine Schranke den Weg. Naja, kein Problem, wir stellten den Louis ab

und liefen halt den Rest, vorbei an einem Wasserfall. Die Grillstelle fanden wir dann auch noch allerdings lag sie innerhalb des versperrten Bereichs.

Auch sahen wir das Wrack, oder ds was davon uebrig ist. Allerdings kam man da zu unserer Enttäuschung gar nicht hin. Nicht nur das es keinen Weg gab, nichtmal nen Trampelpfad, nein das grösste Problem war der reissende Bach den man hätte queren muessen, der Ablauf vom Kraftwerk. Also blieb uns nur von weitem ein Foto zu schiessen und den Rueckweg anzutreten. Uebrigens, hier in Norwegen gibt es sogar Pilze, aber alle schon ziemlich alt.

Wir sind dann die Strasse ein Stueck zurueck gefahren und wollten mal unser Angelglueck versuchen. Die Stelle sah wirklich vielversprechend aus. Ich habe sogar auch was gefangen. Nur Fische wollten keine beissen und so sind wir dann irgendwann weitergefahren.

Mittagessen wollten wir auf dem Parkplatz wo wir eigentlich gestern uebernachten wollten. Ein toller Platz mit herrlichem Blick auf den Fjord. Sind da vorhin auf dem Hinweg schon vorbeigefahren, da stand nur ein Wohnwagen. Jetzt als wir gegen 13 Uhr wieder hierher kommen sieht das Bild ganz anders aus. Jetzt stehen hier jede Menge Wohnmobile und es ist kaum noch Platz. Verrueckt. Und ich denke nicht das die alle gleichzeitig hier nur Mittag machen wollen.

Wir essen eine Kleinigkeit und schauen dann mal auf die Karte. Immerhin haben wir ja noch gar keinen Plan wo wir nun hin fahren. Ziemlich gleichzeitig sticht uns ein Punkt auf der Karte ins Auge. Andenes. Okej, das ist also das nächste Ziel. Wie weit? 4,5h. Okej, das ist fuer heute zuviel. Erstmal losfahren und dann schauen wie weit wir kommen. Während der Fahrt schaue ich wie immer trotzdem mal bei Park4night vorbei, wer weiss vielleicht gibt es einen Platz der sehr gut klingt. Und tatsächlich, ich finde einen Stellplatz in einem Hafen wo man angeblich angeln kann, Robben und Adler sehen kann. Und fuer nur 250 NOK inkl. Strom, Dusche und Toilette ein echtes Schnäppchen fuer norwegische Verhältnisse. Und mit reichlich 3h Fahrzeit auch in einem Abstand der machbar ist. Okej, das war also unser heutiges Ziel. Da wir ja nun erlebt haben das auch jetzt in der Nebensaison durchaus noch viel mehr Wohnmobile unterwegs sind als wir dachten haben wir den Platz dann auch sicherheitshalber vorgebucht. Es waren zwar noch 10 Plätze frei aber wer weiss wie das in ein paar Stunden aussieht.

Wir folgten der E10.

Komischerweise wollte uns Google dann von der E10 wegschicken und eine Nebenstrasse entlang die sogar noch eine Fährueberfahrt enthielt. Das erschien uns merkwuerdig zumal die Strecke entlang der E10 auch nicht länger dauern sollte. Wir entschlossen uns daher nicht auf Google zu hören sondern der E10 zu folgen. Grosser Fehler. Auf dieser Strecke löste eine Baustelle die andere ab, mit allem was es mit sich bringt, Ampeln, Umfahrungen, Asphaltkanten. Die folgenden zwei Stunden waren wirklich mehr als nervig. Hätten wir mal lieber uf Google gehört.

Bevor wir jedoch in die Baustellenhölle fuhren machten wir noch eine Kaffee- und Fahrerwechselpause. Lustigerweise genau auf dem Parkplatz wo wir damals als wir mit Thorben auf den Lofoten auch schon Pause gemacht hatten. Damals haben wir einfach nur dort angehalten, heute hatte ich den Platz in der App rausgesucht.

Zum Glueck waren die letzten Kilometer bis zum Stellplatz wieder gut zu fahren, auch die Sonne kam wieder raus, da stieg die Laune augenblicklich. Am Stellplatz sind wir erstmal vorbeigefahren, der war so gar nicht ausgeschildert. Also umlenken und wieder zurueck.

Als wir auf dem Stellplatz ankamen stand da schon ein T6 Bus aus England und es war gerade eine Robbe im Wasser, leider suchte sie das Weite als wir kamen. Wir parkten auf dem gebuchten Platz, das Problem war das der Stromkasten fuer unser 10 Meter Kabel viel zu weit weg stand. Also haben wir nochmal auf einen anderen Platz umgeparkt der laut Internet auch noch frei war.

Wir haben erst kurz draussen gesessen und noch die Sonne genossen bevor Sven angeln gegangen ist. Man konnte ueberall Fische sehen. Aber irgendwie wollten die nicht beissen. Ich bin dann als es Zeit war zurueck ins Womo um Abendessen zu kochen. Als das Essen fertig war will ich Sven rufen gehen und sehe gerade noch das er einen Fisch gefangen hatte und versuchte diesen aus dem Wasser zu bekommen, ohne Kescher, dafuer war ja eigentlich ich verantwortlich, aber ich hatte ihn nicht rufen hören. Zum Glueck konnte er den Dorsch auch ohne mich landen.

Nun musste aber das Abendessen warten, der Fisch musste filetiert werden und Sven wollte natuerlich noch etwas weiter angeln.

Als ich dann fertig war mit filetieren, dauert ja bei nem Ungeuebten wie mir ne Weile, und kein weiterer Fisch mehr gebissen hatte sind wir zurueck ins Womo, haben das Abendessen wieder warm gemacht und gegessen. Mittlerweile war die Sonne schon fast untergegangen.

Samstag morgen. Wir haben heute bis 8.45 Uhr geschlafen. Herrlich. Nach dem Fruehstueck ist Sven noch etwas angeln gegangen, hier wimmelt es nur so von Fischen da kann man ja einfach nicht wiederstehen.

Ich sitze hier auf den Steinen und schreibe Blog während Sven wieder angelt. Und plötzlich sehe ich das der Weg den Sven nehmen muss schon nahezu unter Wasser steht, nur noch ein Stein kuckt raus, Wahnsinn wie schnell die Flut steigt. Ich sage Sven Bescheid, er packt schnell alles zusammen und kommt zurueck, gerade noch trockenen Fusses. Zwei Minuten später steht auch der letzte Stein unter Wasser.

Nachdem die Fische wieder nicht in Beisslaune sind packen wir zusammen und gegen 11 Uhr machen wir uns auf den Weg.

Unser Ziel war ja Andenes, da sollte es nun heute hingehen. Ca. 100 Kilometer haben wir fuers erste vor uns. Und es geht durch die herrliche Natur, oft am Wasser entlang, mit Blick hinueber auf der Bergketten von Senja. Ein Traum. Und auch heute spielt das Wetter mit.

In Andenes angekommen fahren wir zunächst auf den Campingplatz. Wir wollen hier nicht stehen aber diesen traumhaften Platz mit weissem Sandstrand muss man doch zumindest mal fotografieren.

Danach wollten wir zum Leuchtturm fahren und ein bisschen im Ort spazieren gehen. Den Leuchtturm fanden wir auch allerdings gab es keinen einzigen freien Parkplatz. Schade. Also fuhren wir statt dessen Richtung Fähranleger. Wir fanden einen Platz wo wir fuer eine Mittagspause stehen konnten. Hier lagen ueberall Gerippe von doch recht grossen Dorschen herum, also Fische gibts hier auf jeden Fall. Aber offensichtlich nicht momentan denn ein frischer Kadaver war nicht dabei. Im Wasser entdeckten wir eine Robbe die erst neugierig auf uns zugeschwommen kam, dann aber abtauchte und von daher nie wieder gesehen wurde.

Wir assen zu Mittag und traten dann die Rueckreise an, es gab hier nicht wirklich viel zu sehen. Wir fuhren noch zum Rema 1000, unseren norwegischen Pfand wegschaffen den wir von zu Hause mitgenommen hatten und Lefse kaufen.

Rueckzu fuhren wir an der Westkueste der Halbinsel entlang, dieser Weg wurde als Touristenstrasse ausgewiesen. Sie war in etwas schlechtem Zustand aber die Natur war grandios. Weisse Sandstrände, Berge, gruene Wiesen…..ein Traum. Wir hielten hier und da an, setzten uns ne Weile irgendwo hin und schauten aufs Meer.

An einem der vielen Sandstrände hielten wir an. Ich wollte ja gerne im Meer baden gehen. Das Problem war nur das wir, bevor wir zu diesem Strand abgebogen sind, schon die Strassensperre des Militärs gesehen hatten, da wollte ich dann irgendwie doch nicht ins Wasser. Aber ich habe zumindest mal Temperatur gemessen, 14 Grad. Und mit den Fuessen waren wir im Wasser.

Nach kurzem Spaziergang fuhren wir weiter durch besagte Militärkontrolle. Man hielt uns an und fragte uns auf englisch wo wir hin wollen. Hm, wo wollten wir denn hin? Wussten wir eigentlich noch gar nicht. Sven meinte zur Fähre, ich sagte zurueck zur E10. Im Prinzip war es wohl auch egal. Man belehrte uns dann das hier eine Militäruebung stattfindet, das wir nicht anhalten duerfen, nicht fotografieren und das man eventuellen Anweisungen des Militärpersonals Folge leisten soll. Dann durften wir fahren.

Viel sahen wir nicht von der Uebung, nur an einer Stelle standen paar Militärfahrzeuge rum und irgendein Raketenfahrzeug hatte seine Abschussrampe aufs Meer gerichtet, Sven meinte es sehe aus wie eine Patriot Flugabwehr. Gut, selbst wenn, uns egal, wir wollten nur die Landschaft geniessen und als wir durch den Bereich durch waren durfte man auch wieder fotografieren.

Heute wollten wir nun endlich mal nicht bei park4night einen Uebernachtungsplatz suchen sondern einfach mal selber was finden. Als Sven dann aber irgendwann meinte, so 1-1,5h will er noch fahren mehr nicht und er möchte nochmal einen letzten Platz am Meer, ja da griff ich dann doch wieder zum Handy. Es ist einfach so praktisch mit dieser App. Ich fand einen Platz der direkt am Strand liegen sollte. Leider gab es keine Fotos so das ich noch einen Plan B und auch einen Plan C parat hatte. Wr fuhren zunächst zu dem Platz am Strand. Da ging es die letzten 200 Meter eine schmale Strasse ziemlich steil runter. Da bin ich mal lieber zu Fuss kucken gegangen. Und das erwies sich als goldrichtig. Der Platz ansich war zwar wie beschrieben, dierekt am Strand aber es war nur ein Platz am Rande des schmalen Weges, zudem hatte der Platz ziemliche Neigung und was am meisten dagegen sprach, hier gab es keinen Platz zum Umlenken. Und ausserdem war der Strand von hohen Bergen umgeben. Eigentlich schön aber damit gab es hier keine Sonne. Also kam Plan B ins Spiel. Ein Platz auch ohne jeglichen Service, zum preis von 100 NOK aber mit angeblich schöner Aussicht. Als wir an diesem Platz ankamen war er mit einer Kette versperrt. Vermutlich musste man erstmal irgendwo bezahlen gehen damit die Kette entfernt wird. Aber der Platz sagte uns eigentlich auch nicht wirklich zu. Auch er lag schon im Schatten und sah doch sehr improvisiert aus, dazu direkt an der Strasse. Na bloss gut das wir noch einen Plan C hatten. Dieser Platz war nur die 3. Wahl da es da ein paar negative Bewertungen gab aber nun sollte es also dieser werden. Schon als wir auf den Platz fuhren dachten wir: perfekt. So ein herrlicher Ort. 150 NOK ohne Strom, 200 mit. Wir entschieden uns, ohne Strom zu stehen, unsere Solaranlage produziert noch immer mehr als genug, können wir gar nicht verbrauchen, da muessen wir da nicht fuer bezahlen.

Wir sassen dann noch eine Weile in der Sonne, genossen die unglaubliche Aussicht, aufs Wasser, die Berge…..ein Traum. Zum Abendessen gab es dann den selbergefangenen Dorsch mit Kartoffelspalten und Salat. Super lecker.

Und nach dem Essen haben wir dann versucht, nochmal neuen Fisch zu besorgen. Aber die Fische waren definitiv nicht hunrig. Man konnte sie im Wasser sehen, sogar grössere Dorsche. Und die schwammen in aller Ruhe zwischen den Schwärmen von kleinen Fischen rum ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, einen zu fressen. Wie sollen sie da an unserem Köder interessiert sein?

Als die Sonne fast untergegangen war beendeten wir den Versuch, einen Fisch an den Haken zu bekommen und gingen zurueck zum Womo.

Hier wartete dann noch ein Dessert, rote Gruetze mit Vanillesosse. Ein perfekter Abschluss dieser Reise. Danach noch aufwaschen, was muss das muss und dann krochen wir in die Betten.

Auch am Sonntag liess uns das Wetter nicht im Stich. Wir schliefen bis gegen 8.30 Uhr und stressten uns nicht. Ich mein, keiner von uns wollte wieder zurueck nach Hause. Heute stand noch eine Fährueberfahrt auf dem Program, wir hatten nur 30 Minuten Fahrzeit bis zur Fähre und konnten da ziemlich gut planen wann wir los mussten. So blieb noch Zeit fuer einen Spaziergang zum Friedhof, schliesslich war ja Sonntag.

10.30 Uhr machten wir uns dann aber letztendlich doch auf den Weg, es nuetzte ja nichts, wir hatten einen langen Weg vor uns. Auf dem Weg zur Fähre erwies es sich auch als goldrichtig das wir gestern doch wieder einen Platz mit App gesucht hatten. Denn auf dieser halben Stunde Fahrt gab es nicht einen einzigen Platz wo man hätte stehen können.

11 Uhr kamen wir an der Fähre an, Abfhrt war 11.30 Uhr. Die halbe Stunde Wartezeit verging aber wie im Flug. Nur machte ich mir so meine Gedanken wegen der Bezahlung. Wir haben ja extra diesen Autopass womit man in Norwegen Rabatt auf die Maut bekommt und auch auf Fähren. Aber hier stand ein Schild das man den Rabatt nur bekommt wenn man den Autopass samt einem Prepaidvertrag hat, ansonsten muss man bar oder mit Karte zahlen. Hm, hatten wir nen Prepaidvertrag? Keine Ahnung, nichts was ich jetzt bewusst abgeschlossen hätte. Aber vielleicht war ja das kleine Kästchen mit dem Stick sowas wie ein Vertrag? Immerhin hatte ich dort die Kartendaten fuer die Abbuchung hinterlegt. Naja, lassen wir uns ueberraschen.

Dann kam die Fähre, wir fuhren drauf, ein Mitarbeiter scannte das Nummernschild. Bezahlen mussten wir nicht also gehe ich davon aus wir haben so einen Vertrag. 20 Minuten dauerte die Ueberfahrt, nun ist als Louis auch mal Fähre gefahren.

Dann ging es zunächst zur E10 auf die wir wieder an der Bruecke trafen wo wir hinzu schon drueber gefahren sind. Allerdings folgten wir der E10 nur ueber die Bruecke und verliessen sie danach schon wieder, wir wollten rueckzu einen anderen Weg fahren. Das wiederum erwies sich als nicht ganz so schlau. Natuerlich, die Landschaft war toll aber irgendwie hatte man nicht mehr so den Blick dafuer jetzt wo man wusste der Ausflug ist vorbei. Auch zum Angeln hatte man keine Lust mehr und dafuer jetzt die doch deutlich schlechtere Strasse (was man natuerlich vorher nicht wusste) zu fahren war doch eher semioptimal. Aber wir kamen doch ziemlich durch die Berge das muss ich sagen und so hatten wir dann auch einen Mittagsplatz mit Berg- statt Wasseraussicht.

Irgendwann kamen wir dann endlich wieder auf die E10. Und hier begann auch mit einem Mal der Wind. Da wurde der Louis wieder ganz schön durchgeschuettelt. Komisch, bis hierher haben wir gar keinen Wind gemerkt.

Seit der Mittagspause sass ich am Lenkrad daher gibts keine Bilder.

Dann ging es wieder hoch in die Berge Richtung schwedische Grenze und kaum hatte man selbige ueberquert wurde das Wetter schlechter. War das ein Zeichen? Sollten wir lieber in Norwegen bleiben? Naja, unsere Kunden sehen das sicher anders, sie wollen ja ihre Bestellungen geliefert bekommen. Also mussten wir da durch. Wir fuhren zunächst nach Abisko. Wir hatten ja Glueck das wir nicht in Norwegen tanken mussten aber bis Kiruna hätten wir es nicht mehr geschafft und so musten wir zumindest mal 10 Liter einfuellen.

Dann ging es weiter nach Kiruna, richtig tanken (der Preisunterschied zwischen Abisko und Kiruna ist ca. 2 SEK, also 0,20 Euro, das ist schon ne Menge) Kurz nach Kiruna machten wir dann eine Kaffeepause, hatte extra an der Tankstelle noch nen Latte und einen Cappuchino gekauft damit wir nicht sselber Kaffee kochen muessen.

Ja und dann ging es weiter und das Wetter wurde immer schlechter. Es regnete, teilweise ziemlich heftig. Aber es waren immer nur Schauer. Ab Jokkmokk aber war es dann Dauerregen mit einer unglaublichen Stärke. Wollte uns auf dem Hinweg der Wind von der Strasse pusten, versuchte nun der regen uns von der Strasse zu spuelen. Unglaublich. Am Rastplatz Edefors wollten wir dann eigentlich noch entsorgen allerdings war der Entsorgungsplatz nicht ueberdacht und vor allem auch unbeleuchtet. So wurde es nur eine kurze Toilettenpause bevor es weiter durch die Wasssermassen ging, mittlerweile noch garniert mit heftigstem Gewitter. Und da hatten wir noch Glueck, am nächsten Tag konnte man im Internet lesen das es etwas suedlicher noch viel schlimmer war, da sind Strassen einfach mal weggeschwemmt wurden, zwei Zuege sind entgleist weil der Bahndamm weggespuelt wurde usw.

Gegen 22 Uhr, nach 11,5h Fahrt, kamen wir dann wohlbehalten zu Hause an. Es war wirklich ein tolles Wochenende, Norwegen hat sich wieder von seiner besten Seite gezeigt. Und die Vesterålen sind definitiv eine Reise wert. Diese weissen Strände, Wahnsinn. Da kann man Wochen zubringen ohne genug zu kriegen.

Ein Gedanke zu „Zu den Nachbarn 04.09.-07.09.2025

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