Norge på tvers – Norwegen der Quere, vom Atlantik zur schwedischen Grenze 26.07.-05.08.2025
Anke Junghans Kommentare 0 Kommentare
Samstag, 26. Juli, Anreise
Gegen 7.30 Uhr fuhren wir zu Hause los. Unser erster Weg fuehrte uns nach Piteå in den Willys, der Plan war, das wir uns jeder an der Salatbar einen Salat fuers Mittagessen zusammenstellen. Gesagt getan. Gegen halb 9 ging die Fahrt weiter. Ueber Skellefteå nach Åsele. Ich hatte ja extra die Strecke gewählt wo die wenigsten Baustellen angezeigt wurden aber ganz ohne ging es eben nicht und so mussten wir viele Kilometer auf aufgerissenen Strassen mit vielen Reifenkillersteinen zuruecklegen. Wir waren heilfroh als wir wieder asphaltierten Boden unter den Rädern hatten. Und ich fuehlte mich darin bestätigt, die Scheibe nicht getauscht zu haben. Da braucht nur der Gegenverkehr fahren wie doof, schon hat man wieder nen Stein in der Scheibe, ohne das man selbst was falsch gemacht hat (davon abgesehen das man diese Strasse gewählt hat).
Unterwegs gab es auch jede Menge Regen aber das war ja angesagt, wir waren also nicht verwundert, solange es nur heute ist ist es ja kein Problem.
In Åsele gibt es einen Rastplatz, den fuhren wir gegen 12 Uhr fuer die Mittagspause an. Wurde mir mal wieder mein Geiz zum Verhängnis. Zum Salat braucht man ja im Normalfall auch Besteck. Das kostet aber 2.50 SEK extra. Das war ich nicht bereit zu zahlen und so hatten nur Sven und Thorben eine Gabel. Aber es gab Abhilfe, die Beiden hatten Hähnchenspiesse in ihrem Salat und mit den Holzstäbchen davon konnte ich dann essen, zumindest so lange wie der Erste mit seinem Salat fertig war und ich die Gabel uebernehmen konnte.

Nach dem Essen ging die Fahrt weiter. Unterwegs nach Storlien hatten wir (bzw. Thorben) eine Diskussion mit Chat GPT bezueglich der Aussprache des Buchstaben K im Schwedischen. Ich finde das ja faszinierend das man mit dieser AI richtig diskutieren kann. Zeug gibts. Wir hatten viel Spass denn immer wenn wir sagten das stimmt nicht sagte die kuenstliche Intelligenz: ja aber…… wie sich dieses Program immer wieder gewunden hat um doch noch Recht zu haben….
Gegen 15.30 Uhr waren wir dann in Åre an der Tankstelle, nochmal Diesel auffuellen, damit wir in Norwegen möglichst nicht tanken muessen und auch ein Kaffeegetränk durfte nicht fehlen.
Hier ein paar Bilder von unterwegs:
Gegen 17.30 Uhr kamen wir dann am Hotel (Aiden by Best Western Trondheim Airport) in Stjørdal, Norwegen, an. Und hier gab es mal wieder ein Erlebnis Marke Zukunft. Der Checkin erfolgt rein automatisch mit einer Art Roboter.

Fuer uns funktionierte das einwandfrei, andere hatten aber auch teilweise Probleme. Aber es gibt im Notfall eine Klingel mit der man Personal herbeirufen kann. Ich mein, mir ist das egal, ich brauche keinen persönlichen Checkin. Mir ist es lieber wenn man die Uebernachtungspreise moderat halten kann und wenn das bedeutet das ich mit nem Roboter reden muss ist das okej. In letzter Zeit sind die Hotelpreise ja generell deutlich gestiegen und ich habe keine Lust nur um irgendwo zu schlafen, 200 Euro pro Nacht zu zahlen.
Auch der Parkplatz war rein automatisch, man wird beim Einfahren gefilmt und beim Ausfahren und entsprechend der Parkzeit wird dann abgerechnet. Die ersten 2h sind gratis, danach kostet es 180 NOK pro Tag.
Ich hatte mir bei der Buchung ein Zimmer mit Meerblick gewuenscht und was haben wir bekommen? Ein Zimmer mit Meerblick. Da gab es nix zu meckern.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten war es Zeit fuers Abendbrot, da hatten wir schon vorher geplant das wir dafuer zu Burger King gehen wollten. Gesagt getan, Henkersmahlzeit sozusagen. Zurueck beim Hotel haben wir in einer Parktasche an der Strasse vorm Hotel geparkt statt wieder auf den Parkplatz zu fahren, mussten wir ein paar Meter mehr laufen, dafuer sparten wir aber eben die 180 NOK.
Noch schnell ein paar Fotos vom Meer gemacht:
Dann war es Zeit sich aufs Zimmer zurueckzuziehen. Hier haben wir noch ein paar Runden Obstgarten gespielt, ein Spiel was wir im Hotel gefunden haben, fuer Kinder von 3 bis 7 oder so aber egal, Hauptsache wir hatten Spass oder?

Sonntag, 27. Juli die Reise geht weiter
Zumindest fuer mich. Nachdem wir in Ruhe gefruehstueckt hatten (das Angebot war ueberschaubar, hat aber vollkommen ausgereicht) machte ich mich gegen 10.30 Uhr auf den Weg Richtung schwedische Grenze. Kaum hatte ich Stjørdal verlassen fing es an zu regnen. Aber vom Wetter abgesehen war die Fahrt ganz angenehm, wenig Verkehr, tolle Landschaft, immer am Fluss lang. Allerdings musste ich auf den 100 Kilometern gleich zweimal aufs Klo, so aufgeregt war ich, zum Glueck gibt es davon genug auf dieser Strecke.
Dann kam ich in Stugudalen an. Habe erstmal die Bushaltestelle gesucht und mich versichert das der Bus auch wirklich fährt und nicht nur auf Bestellung kommt, denn dann hätte ich ein echtes Problem. Aber nein, sonntags fährt er auch ohne Bestellung.
Nun ging die Fahrt weiter auf einer Schotterstrasse. Vorbei an vielen huebschen Häusern und vor allem, ich kam immer höher. Nach ca. 4 Kilometern ist dann die Bebauung zu Ende und man fährt in die Bergwelt ein. Aber wirklich, dieser Weg war wie Fjällwandern mit dem Auto, nur das ich von den Bergen nicht soooo viel gesehen habe da sie in den Wolken hingen. Ich war begeistert.
Habe die schwedische Grenze auch problemlos gefunden, nur der Parkplatz der bei Google Maps eingezeichnet ist, der existiert nicht. Nichtmal ansatzweise. Hm und nun? Handyempfang hatte ich keinen, konnte mich also nicht mit Sven abstimmen. Also: Selbst ist die Frau. An der Grenze war gerade eine Gruppe von 6 Wanderern angekommen und feierten sich. Ich fuhr den Weg noch etwas weiter, fand aber nicht wirklich einen geeigneten Parkplatz. Hm. Und nun? Genau an der Grenze stand ein Auto. Vielleicht gehörte es ja den Wanderern? Ich meine, wenn die dort geparkt hatten während ihrer Tour könnte ich das doch auch machen. Ich fuhr zurueck und sprach sie einfach mal an, es waren Norweger. Aber es war nicht ihr Auto. Auf meine Frage hin ob man denn in Norwegen so parken duerfte war sich die Gruppe nicht wirklich einig. Und dann sagte einer was wo bei mir der Groschen fiel: ”was denkst du wer hier raus kommt und dir ein Knöllchen gibt”. Na Recht hat er ja. Und selbst wenn, ein Knöllchen ist wohl das Schlimmste was passieren kann. Immerhin stand ich nicht im Weg, es gab kein Parkverbot und es war auch kein Nationalpark.
Also stellte ich das Auto ab. Ich hörte dann wie zwei der Norweger deutsch miteinander sprachen. Ich war verwirrt, fragte sie und sie meinten sie gehören da nicht wirklich dazu, es hätte sich einfach unter der Wanderung so ergeben das sie alle 6 zusammenwandern. Ich fragte dann noch etwas nach der Strecke, schliesslich waren die Informationen im Internet mehr als duerftig. Aber angeblich sollte die Wanderung super sein, nur der erste Tag mit 31 Kilometern doch etwas hart. Als ich sagte das wir den aufteilen meinten sie dann sei es gar kein Problem. Na das klang doch super.
Nun war es an der Zeit (13 Uhr), zurueck nach Stugudalen zu laufen, in 5h ging der Bus und ich hatte 16 Kilometer vor mir. Die 6 Wanderer hatten sich fuer 14 Uhr ein Taxi bestellt, ich wollte mich schonmal warmlaufen fuer die Wanderung. Es ging gleich straff den Berg hoch. Das ich vor lauter Schreck vergessen hatte, meine Wanderklamotten anzuziehen merkte ich erst als ich schon 1 Kilometer den Berg hoch war. Da hatte ich keine Lust mehr, wieder runter zu gehen, ausserdem war es mir peinlich nochmal zurueckzulaufen und mich umzuziehen. Hatte ich halt kein schnelltrocknendes Tshirt und statt der Leggings mit Loch hatte ich die Gute an.
Kaum war ich losgelaufen fing es auch an zu regnen und es sollte nicht wieder aufhören bis ich 18 Uhr den Bus bestieg. Wenn er denn kommt. Diese Unruhe hatte mich noch nicht wirklich verlassen.
Zum Glueck hatte mir Sven seinen Poncho geborgt. Sonst wäre ich wirklich total durchnässt gewesen als ich kurz vor halb 5 in Stugudalen ankam. Komischerweise zeigte die Uhr nur 14,5 Kilometer, auf der Hinfahrt wies Google Maps 16 Kilometer aus.
Nun musste ich noch ueber 1,5h auf den Bus warten, im Regen, es gab nichtmal ein Bushäuschen. Da entdeckte ich ein Grillrestaurant gegenueber auf dem Campingplatz. Perfekt, da könnte ich was essen und die Zeit vertreiben. Leider erwies sich das Restaurant als voll. Hm, und nun? Ich bin dann erstmal in den unbemannten Laden gegangen. Also das war ja mal unbemannt 5.0. Wir haben solche Läden ja auch bzw. haben hier die Läden mittlerweile ausserhalb der bemannten Zeiten auch noch unbemannte Öffnungszeiten. Allerdings muss man sich hier in Schweden mit der BankID legitimieren was quasi jedem ausländischen Touristen den Zutritt unmöglich macht. Aber dieser Laden hier…….einfach nur Karte dran halten, Pin eingeben und schon geht die Tuer auf. Habe dann eine ganze Weile gesucht was ich denn mal essen könnte, war nicht so das es nichts gab aber die Preise………ich entschied mich dann fuer vermutlich Schmalzkringel und einen Energydrink. Das wäre beinahe ein Riesenfehler geworden. Denn beim Bezahlen an dem Automaten fragte dieser mich nach meinem Fingerabdruck, wenn ich diesen frueher noch nicht registriert habe, solle ich auf einen Knopf druecken dann wuerde ein Mitarbeiter mir helfen. Häh? Was denn fuer ein Mitarbeiter? Hallo? Der Laden ist unbemannt! Aber mir blieb keine Wahl, ich kam ja sonst im Bezahlprozess nicht weiter und hinter mir warteten auch schon Leute. Also auf den Knopf gedrueckt und dann wurde nach kurzem Warten die Zahlung freigeschalten. Man erklärte mir das dann so, da sind ja Kameras an dem Bezahlterminal und da wird man beobachtet und da haben halt die Mitarbeiter gesehen das ich älter als 15 bin (manchmal ist es von Vorteil wenn man so alt aussieht wie ich). Wow. Das ist uebrigens auch ein interaktiver Laden habe ich gelesen. Wenn man Fragen zu nem Produkt hat oder irgendwelche anderen Probleme dann soll man den Kontaktknopf bei den Kassen druecken und dann kann man mit einem Mitarbeiter komunizieren der einen auch sehen kann. Coole Geschichte.
Ich habe es dann der norwegischen Familie gleich getan die gleichzeitig mit mir einkaufen war und habe mich in die Cafèecke des Ladens gesetzt um meine Kringel zu essen und was zu trinken, immernoch besser als draussen in der Kälte und dem Regen zu stehen. Da man aber hier nicht ewig rumlungern kann habe ich dann auch den Laden verlassen als die Norweger gingen. Nun habe ich mich abwechselnd unterm Vordach des Ladens (immerhin trocken) und auf der Toilette (trocken und warm) aufgehalten.
Gegen 17.45 Uhr habe ich mich dann zur Bushaltestelle begeben, will ja nicht den Bus verpassen. Und als ich dort so wartete kommen noch andere zur Haltestelle……..und zwar die 6 die ich an der Grenze getroffen habe. Sie waren dank der Taxifahrt eher da und hatten noch nen freien Platz im Restaurant gefunden denn dort kamen sie jetzt her.
18 Uhr kam wie versprochen der Bus, ich setzte mich ganz hinter. Da gab es auf dem Fussboden so kleine Heizungen, perfekt, da konnte ich während der 2-stuendigen Fahrt meine Schuhe und Socken trocknen denn die waren patschnass.
Ausser mir fuhren wie gesagt nur die 6 Wanderer mit, unterwegs stiegen dann vereinzelt noch Leute zu aber voll wurde der Bus nicht. Kurz nach 20 Uhr kam ich dann endlich wieder in Stjørdal an. Natuerlich hält der Bus nicht vom Hotel und so hiess es dann, die noch ca. 1,5 Kilometer vom Bahnhof zum Hotel zu laufen.
Sven und Thorben waren auch nicht ganz untätig, während ich unterwegs war haben sie einen Ausflug in die Stadt gemacht und haben schonmal das erste Codewort geholt was an der DNT-Filiale am Marktplatz zu finden ist. Auch die Sauna haben sie schonmal vorgeheizt so das wir uns nun noch einen entspannten Abend machen konnten.
War mal wieder ein langer Tag aber nun waren alle Vorbereitungen abgeschlossen und wir können endlich die Wanderung antreten. Aber erst nochmal schlafen.
Montag, 28. Juli 1. Wandertag Erst Hui dann Pfui
Atlantikkueste in Stjørdal- Øfstivollen ca. 18 Kilometer, 490 Höhenmeter, 7h
8.20Uhr verliessen wir das Hotel. Noch schnell ein Startfoto am Meer geschossen und dann konnte die Wanderung losgehen. Wobei Wanderung und Wanderung. Zunächst ging es ersteinmal durch die Stadt und danach liefen wir an einer Kaserne vorbei, immer der Strasse entlang. Da kam nicht wirklich ein Wandergefuehl auf, mal vom Rucksack abgesehen. Und Berge waren auch weit und breit keine in Sicht, höchstens Huegel.
Dann verliessen wir das Stadtgebiet von Stjørdal, wir kamen an der Vaernes Kirche vorbei und es ging, immer auf der Strasse lang, durch gruene Felder. Immerhin man kam gut voran.
Die erste Etappe von Norge på Tvers, Norwegen der Quere ist eigentlich 31 Kilometer lang. Man hat aber die Möglichkeit, diese Etappe aufzuteilen indem man in einer Huette namens Øfstivollen uebernachtet. Im Internet habe ich mich ja ein bisschen in diese Huette verliebt, also von den Bildern her. Bis letztes Jahr konnte man diese Huette immer nur im Ganzen buchen, ich hatte das schon vor meinem geistigen Auge wie wir da ganz allein in dieser wunderschönen Huette die erste Nacht verbringen. Als ich die Huette jedoch fuer die Wanderung buchen wollte hatte man das System geändert. Nun bucht man einzelne Betten, insgesamt gibt es 6 Stueck (angeblich). Als ich buchte waren schon zwei Plätze belegt aber es nuetzte ja nix.
Ueberall am Strassenrand stehen so Elektroroller und Elektrofahrräder rum die man mieten kann. Thorben hat nun schon mehr als einmal ueberlegt ob er sich nicht so ein Fahrrad nimmt, er hatte schon die Nase voll vom Rucksack tragen dabei hatte er den Leichtesten von allen. Vor allem da dort ueberall dran steht das man 20 Minuten gratis probieren kann. Irgendwann war er dann so fest entschlossen dass er sich die App runtergeladen hat die man dafuer braucht, als er aber dann die Kreditkartendaten hinterlegen sollte kamen ihm wieder Zweifel. Bei jedem weiteren Fahrrad was auftauchte ging die Ueberlegung wieder los, wie weit wuerde man in 20 Minuten kommen? Bis zum Parkplatz wo dann der Waldweg losgeht?
9.50 Uhr, fast 6 Kilometer gelaufen, erste Pause an der Bruecke ueber den Fluss. Haben hier ein herrliches Plätzchen gefunden unter einer riessigen alten Birke mit Tisch und Sitzmöglichkeiten. Und Thorben ist nun fest entschlossen, das nächste Fahrrad nimmt er.

Nachdem wir unsgestärkt haben laufen wir weiter, gehen ueber die Bruecke und befinden uns nun suedlich vom Fluss welchem wir Richtung Schweden folgen. Wir laufen immernoch auf der Strasse was teilweise auch unbehaglich ist wenn Verkehr kommt. An einer Stelle stieg die Strasse mal kurz recht steil an und oben angekommen hatte man einen tollen Blick auf den Fluss und vor allem auf die dort springenden Fische. Das war ja vielleicht ein Schauspiel. Da muesste man mal angeln.
Weiter gehts vorbei an gruenen Wiesen und Feldern, einer Schafherde die mal fuer etwas Abwechslung sorgte indem die Jungs sie fuetterten und dann versuchten sich mit denen zu unterhalten.
11.15 Uhr, wir haben mittlerweile 10,5 Kilometer auf der Uhr und haben den Wanderparkplatz erreicht.

Wir haben nun den Strassenabschnitt hinter uns gebracht. Wir sind natuerlich auf der Strasse gut vorangekommen aber schön zu Laufen ist es nicht. Nun kommt erst einmal ein straffer Anstieg, soviel wissen wir. Also machen wir erstmal eine Pause, fuellen Wasser auf, naschen von den zahlreichen hier wachsenden Himbeeren. Thorben war ja nach der Pause fest entschlossen sich ein Fahrrad zu mieten, sehr zu seinem Leidwesen kam dann aber keins mehr. So ein Pech aber auch.
Gegen 12 Uhr machten wir uns an den Anstieg. Laut Beschreibung erwarteten uns auf den nächsten 6 Kilometern ganze 500 Höhenmeter und das glaubte man sofort als man die ersten paar Meter gelaufen war. Du meine Guete was fuer eine Steigung. 13 Uhr hatten wir gerade mal 2,5 Kilometer geschafft und das obwohl der Weg ansich leicht zu laufen war da es ein Forstweg war. Die Fuesse sind auch das erste Mal nass geworden, Norwegen halt. Trotz 3 Wochen Hitze und Trockenheit latscht man hier immernoch durch Moor und Sumpf. Dementsprechend gibt es jede Menge Moltebeeren aber auch Himbeeren und Blaubeeren. Aber dafuer haben wir gerade kein Auge, der Weg schafft uns schon genug.
13.30 Uhr, die spinnen die Norweger. Man konnte sich das ja gar nicht richtig vorstellen was das bedeutet 500 Höhenmeter auf 6 Kilometer. Spätestens jetzt wussten wir es. Auch was man hier so Wege nennt ist schon sehr optimistisch. Ja, es gibt Markierungen damit man sich nicht verläuft aber Wege? Seitdem wir den Forstweg verlassen haben laufen wir eher durch Dschungel und muessen immer wieder schauen den Pfad nicht zu verlieren. Es geht durch dichten Wald, ueber Moore und vor allem: immer bergauf. Aber wehe man braucht mal Trinkwasser, da sieht man ziemlich alt aus. Da muss man schon auf Moltebeeren zurueckgreifen. Wir haben jetzt ca. 3,5 Kilometer von 6 zurueckgelegt und endlich einen Platz gefunden wo der sicherlich einstmalige reissende Bach zumindest noch ein Rinnsal ist und wir Wasser auffuellen können. Allerdings kommen uns so langsam Zweifel ob wir ueberhaupt jemals ankommen werden, ob der Anstieg wohl jemals endet? Besonders die Jungs haben jetzt schon die Nase voll vom Wandern. Mitten in einem weiteren Moor haben wir eine weitere Pause gemacht. Die Jungs wollten jetzt nicht mehr weiter. Als ob es eine andere Möglichkeit gegeben hätte? Sie schickten mich voraus, hatten keine Lust mehr mit mir zu laufen schliesslich war es ja meine eigene höchst doofe Idee gewesen diese Wanderung zu machen. Auch wenn ich es nicht wirklich wissen konnte wie der Weg tatsächlich ist, die Informationen die man im Internet ueber diese Wanderung findet sind mehr als duerftig.
Ich ging also voraus. Aber irgendwie hatte ich auch ein schlechtes Gewissen. Als der Weg endlich besser und vor allem trockener wurde legte ich meinen Rucksack ab und lief zurueck um den Jungs zu berichten das es bald besser wird. Auch trug ich Thorbens Rucksack ein Stueck und teilte den Energydrink mit ihnen den sie mir gestern gekauft hatten und den ich bis hierher mitgeschleppt hatte.
Leider hielt die Freude nicht lange an, wieder wurde es nass, nass und nass und der Weg stieg erneut an. Wieder lief ich vorneweg. Doch dann kam ich endlich an den höchsten Punkt. Konnte gar nicht anders sein, es gab weit und breit nichts was höher war. Und man hatte das erste Mal sowas wie eine Aussicht.

Wieder lief ich zurueck um die freudige Kunde zu ueberbringen aber so richtig glauben wollte mir das keiner mehr. Als die Jungs dann auch auf der Bergkuppe angekommen waren sahen wir das sich Thorbens Schuhe in Auflösung befanden. Ich dachte ich seh nicht richtig. Er wanderte ja in meinen alten Meindl die ich nur wenige Jahre selbst benutzt habe. Und die waren in Top Zustand als wir losgefahren sind. Und jetzt lösten sich Teile der Sohle raus. Schon am ersten Tag. Na das konnte ja heiter werden.
Da die Jungs ihre Ruhe haben wollten machte ich mich dann auf zur Huette. Diese konnte ja nun nicht mehr ewig weit weg sein. Wer jetzt gedacht hat das Schlimmste haben wir hinter uns der irrt. Denn nun ging es statt bergauf bergab. Steil, nass, durch Wald, dichten Wald. Und irgendwann stand sie plötzlich vor mir, die Øfstivollenhuette. Ich war sowas von erleichtert. Ich stellte meinen Rucksack ab und lief den Weg zurueck um den Jungs vielleicht noch nen Rucksack abzunehmen oder so. Aber weit musste ich gar nicht laufen, nur paar hundert Meter und da waren sie schon. Nun gingen wir zusammen zur Huette wo wir gegen 15.30 Uhr angekommen sind und wo mittlerweile die Beiden die vor uns hier waren vom Wasser holen zurueck gekommen waren. Zwei junge Leute aus Oslo. Auch sie gingen Norge på tvers, sind aber mit dem Bus bis zur Festung Hegra gefahren und sind von dort hierher gelaufen, ca. 8 Kilometer auf Fahrweg. Na das ist ja keine Kunst (und in meinen Augen auch Beschiss).
Die Huette ist uebrigens genau wie ich sie mir vorgestellt hatte, von der Lage her.
Aber das man da 6 Betten mieten konnte hat mich doch nach Erkundung des Innenlebens etwas verwundert. Eigentlich gab es nur 1 Bett, ein Doppelstockbett mit etwas breiterer unterer Etage, also mit viel gutem Willen konnte man hier 3 Schlafplätze erkennen. Und die anderen? Tja. Oberhalb des Schlafzimmers gab es zwei Matratzen, direkt unterm Dach. Hier hätte man schlafen können, nachdem man eine super steile Leiter hochgeklettert wäre, sich in der Nacht permantent irgendwas am Dach eingehauen hätte und sich zu Tode geschwitzt hätte da es da oben super warm war, wie in der Sauna. War also keine Option. Wir versuchten es dann mal mit Couch ausklappen aber auch hier fanden keine 3 Leute Platz. Am Ende entschieden wir uns das Sven auf der zusammengeklppten Couch schläft und Thorben und ich daneben auf Matratzen auf dem Fussboden. Wie gesagt geht schon auch aber sollte man irgendwie dann nicht als Bett verkaufen. Ausserdem, nachdem wir das alles so aufgebaut hatten konnte man das Wohnzimmer im Prinzip auch nicht mehr nutzen weil man ja nirgends mehr hintreten konnte und alle anderen Möbel nun in einer Ecke zusammengeschoben waren.
Ca. 100 Meter hinter der Huette gibt es eigentlich einen Bach wo man Wasser holt. Der war aber so gut wie versiegt. Ich habe es trotzdem versucht aus der verlegten Rinne etwas Wasser zu gewinnen. Nach ner gefuehlten Ewigkeit gab ich auf und kehrte mit ca. 2 Litern gesammelter brauner Bruehe zurueck. Nix zum Trinken aber vielleicht reicht es zum Aufwaschen. Gluecklicherweise hatte jemand 1,5 Kanister klares Wasser in der Huette zurueckgelassen. Auch das kochten wir zwar ab da man nicht richtig wusste von wann das war aber es war auf jeden Fall besser als das was da aus dem Bach tröpfelte.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten haben wir unsere Hamburger gebraten, das war vermutlich das Highlight des heutigen Tages.
In Anbetracht der Tatsache das im Prinzip fuer jeden Wandertag Regen angesagt war, sind wir fuer heute ganz gut davongekommen, es hatte zwar mal kurz geregnet aber da waren wir schon an der Huette.
Bevor wir uns schlafen legten haben wir noch ueberlegt ob es nicht irgendeine Möglichkeit gibt noch an ein paar neue Schuhe fuer Thorben zu kommen. Es war doch äusserst zweifelhaft das die Meindl die ganze Wanderung halten wuerden. Vielleicht könnte ich die 8 Kilometer nach Hegra laufen und dort welche kaufen? Thorben hat ja die gleiche Grösse wie ich. Leider ergab die Googlesuche das es dort kein geschäft gab wo man hätte Schuhe kaufen können. Und nach hegra laufen, mit dem Bus zurueck zur Stadt fahren, Schuhe kaufen, mit dem Bus nach Hegra fahren und dann erst den Wandertag starten, das wäre auch fuer mich zeitlich nicht möglich gewesen. Tja, wir mussten es wohl oder uebel versuchen.
Dienstag, 29. Juli 2025, 2. Wandertag Regen im Anmarsch
Øfstivollen-Kvitfjellshytta 18km, 539 Höhenmeter, 6h15min
Gegen 9 Uhr machten wir uns auf den Weg. Die Beiden anderen sind schon kurz nach 8 los so das wir die Huette zumindest noch ein bisschen fuer uns alleine hatten und in Ruhe fruehstuecken konnten.
Zunächst bewegten wir uns wieder auf einem Fahrweg, immer an einem See entlang und vorbei an vielen Ferienhäusern.

Nach ca. 2,5 Kilometern stösst der Fahrweg auf den offiziellen Wanderweg. Genau hier an der Weggabelung steht ein Zelt, wir meinen die Bewohner sprachen deutsch.
Wir gingen davon aus das es heute ungefähr 16 Kilometer zu laufen sind, jetzt taucht ein Schild auf das es trotz das wir schon mehr als 2 Kilometer gegangen sind noch immer 17 Kilometer bis zur Huette sind. Das löst jetzt nicht direkt Begeisterungsstuerme aus.
Kaum ist man auf dem Wanderweg angekommen geht es auch schon wieder los, es geht steil bergan. Danach wird es nass dann geht es wieder bergan und ist gleichzeitig nass. Die Laune meiner Mitwanderer ist im Keller, es werden erste Vorwuerfe laut das ich genau gewusst habe wie der Weg ist es aber absichtlich verschwiegen habe. Ich kann dies sogar nachvollziehen, kenne ich doch normalerweise bei jeder Wanderung so ungefähr jeden Meter der Strecke auswendig. Aber hier eben nicht. Es gibt so wenige Informationen im Internet und die die es gibt sind so vage gehalten… ich habe natuerlich auch Youtubevideos und Instagramberichte angeschaut aber auch da geht das nicht wirklich in vollem Umfang hervor was einen hier erwartet.
Es ist hier so nass das man eigentlich nichtmal einen Platz fuer eine Pause findet. Nachdem wir aber mal wieder ein besonders steiles Stueck hochgekraxelt sind musste eine Pause einfach sein, mitten im Wald, umgeben von Blaubeerbueschen und null Aussicht. Sollte der Weg etwa jetzt die ganzen 18 Kilometer so sein? Konnte ja eigentlich nicht stimmen, ich habe was von 5 Kilometern Holzbohlen gelesen aber davon war weit und breit keine Spur. Sven nutzte die Pause um selbst mal im Internet zu schauen und sah dann zumindest ein das ich es wirklich nicht wissen konnte. Ich meine, so langsam versteht man auch warum man nicht mehr ausfuehrliche Informationen ueber den Weg preisgibt, dann wuerde ihn ja niemand mehr gehen.
Das auch zu Hause gerade mal wieder nichts funktionierte tat natuerlich sein uebriges. Es waren ja mal wieder nicht alle Lieferungen puenktlich eingetroffen. Gluecklicherweise hatte Leif Erik gerade Urlaub und wir hatten alles vorbereitet das er noch die Sachen aus der Lieferung verschicken konnte die dringend raus mussten. Aber natuerlich hatten wir da die Rechnung ohne die Transportfirma gemacht. Immer, wirklich immer stellen sie die Pakete einfach vor der Tuer ab, das ist so vereinbart. Nur eben heute nicht. Heute war man der Meinung man muesste die Pakete persönlich uebergeben. Und da wir natuerlich nicht da waren hat man sie einfach wieder mitgenommen. Was man ja aber auch nicht gleich merkt, schliesslich gibt es keine feste Zeit wo die Lieferung erfolgt. Naja, lange rede kurzer Sinn es bedurfte einiges an Kontakt und auch ein Telefonat mit Leif Erik um einen Plan auszuarbeiten wir man nun an die Lieferung kommt. Einerseits ist das ungewohnt das wir auf einer Wanderung Handy und Internetempfang haben und eigentlich wollen wir das auch gar nicht aber hier in diesem Fall war es doch mal von Nutzen.
Irgendwann beschlossen wir dann, weiterzugehen, es nuetzte ja nix. Es dauerte gar nicht lange da kamen wir endlich aus dem Wald raus und hier fanden wir dann tatsächlich die Holzbohlen. Unglaublich. Auch war die Landschaft etwas offener und man hatte ab und an mal etwas zu schauen. Da lief es sich doch gleich viel besser und wir kamen mal eine Weile gut voran. Aber irgendwie fehlten einem doch die tollen Aussichten die man so aus Schweden kennt. Hier ist einfach alles so gruen, wir befinden uns noch immer nicht ueber der Baumgrenze.
11.20 Uhr, Mittagspause, 7 Kilometer liegen hinter uns. An einer ziemlich neuen Bruecke, frueher musste man hier durch den Bach, man konnte noch gut die alten Markierungen sehen.

Auch fuellten wir unsere Wasserflaschen auf in dem bisschen waas vom Bach noch uebrig war. Sehr vertrauenserweckend sah das Wasser nicht aus aber es war bisher die erste Möglichkeit ueberhaupt, die Flaschen zu fuellen und wer weiss wann es wieder Wasser gibt.
Es ziehen die ersten schwarzen Wolken auf. Sollten wir doch bald nass werden? Nach 20 Minuten Pause gehen wir weiter, wir haben ja noch nichtmal die Hälfte geschafft. Aber zum Glueck gibt es noch immer viele Holzbohlen die ds Wandern wirklich erleichtern.
Unterwegs sehen wir ein merkwuerdig geformtes Holz, dachten erst es sein ein Rentier aber es bewegte sich so gar nicht, also war es wohl nur ein Baum. Aber nein, es war doch ein Rentier. Das lag da mit seinem riessigen Geweih im Gras.
Irgendwann war es dann aber vorbei mit den Holzbohlen. Wir machten noch eine letzte Pause bevor es wieder in den Wald ging und neue Steigungen auf uns warteten. Meine Jungs haben einen ganz schönen Durchhänger, jeden Kilometer machen sie eine Pause. Ich glaube das wird ein langer Tag.
Dann geht es wieder durch eine grosse Moorfläche und ich bin wieder froh das es so trocken ist, es lässt sich trotz allem gut laufen.
Dann passieren wir einen kleinen Fluss. Derzeit ist er nur noch ein kleiner Bach der sich in dem breiten Flussbett herumschlängelt. Immerhin ist das Wasser klar und wir fuuellen unsere Flaschen. Natuerlich kommen wir trockenen Fusses rueber, man kann aber erahnen, normalerweise wird man hier wohl sogar die Wanderstiefel ausziehen. Aber eben nicht heute.
Nun beginnt wieder ein langgezogener Anstieg, wieder gehts durchs Moor. Laut Karte ist das der letzte Anstieg fuer heute. Er ist nicht sonderlich steil aber doch ziemlich lang. Er fuehrt uns aber endlich mal ueber die Baumgrenze. Hier bekommt man zum ersten Mal so ein bisschen das Gefuehl auf einer Fjällwanderung zu sein. Das wirkt sich positiv auf die Laune meiner Mitwanderer aus.
Auch als wir kurz nach 14 Uhr den (was wir denken) höchsten Punkt fuer heute erreicht haben (nach 13 Kilometern) und eine Pause mit herrlicher 360 Grad-Aussicht geniessen schöpfen alle Hoffnung das wir heute doch noch ankommen.
In Norwegen ist nichts wie es scheint. Es sah so aus als wären wir ganz oben angekommen aber nichts da. Kaum waren wir wieder losgelaufen ging es wieder bergan. Das durfte doch nicht wahr sein. Man sah ja schon wo wir runter mussten aber da der Norweger ja Höhenmeter mag mussten wir eben erst noch höher bevor wir endlich runter gehen konnten. Der Abstieg war jetzt nicht der beste Weg, ziemlich steil, teilweise auch nass was ihn rutschig machte. Aber egal, Hauptsache mal bergab.
Dann plötzlich taucht es auf. Ein Schild welches besagt das es nun nur noch zwei Kilometer bis zur Huette sind. Herrlich zumal es auch langsam anfängt zu regnen, genau wie vom Wetterbericht vorhergesagt. Dieser Motivationsschub kam gerade richtig.
500 Meter weiter wollten wir eine letzte Pause machen, an einer Bruecke, vielleicht konnte man hier nochmal Wasser auffuellen. Da es nun wirklich permanent leicht regnete und ich ja ohne Regenzeugs unterwegs bin meinte Sven, ich könnte nach der Pause ruhig vorneweg gehen, ist ja nicht mehr weit. Und sie haben ja zur Not ihre Ponchos. Ich verzichtete dann auch auf die Pause und machte mich gleich auf den Weg.
Ich lief und lief und lief und lief aber eine Huette war weit und breit nicht in Sicht. Wie war das möglich? Wie konnten 1,5 Kilometer so lang sein? Auch nachdem ich schon 2 Kilometer zurueckgelegt hatte war keine Huette in Sicht, nur der Regen nahm zu. Die armen Jungs, was denken die wohl? Zumal es sich hier auch nicht so super laufen liess, viel auf und ab, steinig, wurzelig
Plötzlich, nach 2,5 Kilometern, kurz nach 15 Uhr, taucht die Huette direkt vor mir im Wald auf und in dem Moment wo ich auf die Veranda trete öffnet der Himmel seine Schleusen. Ich bin froh das ich es vor dem grossen Regen noch geschafft habe aber mir tun die Jungs leid. Diese kommen dann aber zum Glueck gar nicht so viel nach mir wohlbehalten an der Huette an.
Die Kvittfjellhuette war ja eine der Schluesselstellen dieser Tour da sie nur 11 Betten hat und im Prinzip den ganzen Sommer ausgebucht war. Umso verwunderter war ich als die Huettenwirtin (gibt es in Norwegen auch aber nicht so wie in Schweden wo ständig ein Huettenwirt da ist sondern hier kommt immer mal jemand fuer 1-2 Tage vorbei und schaut nach dem rechten) mir sagte wir 3 und die zwei die mit uns schon in der letzten Huette waren seien fuer heute die einzigen gebuchten Gäste. Häh? Wie war das möglich?
Es kam dann noch eine junge Frau die aber auf jeden Fall zelten wollte. Sie erzählte das die 4 deutschen, die wir hatten am See zelten sehen, vermutlich aufgrund des Wetters in der Huette schlafen wollen wenn es Platz gibt.
Nach einer ganzen Weile tauchten sie dann auch auf und so war die Huette am Ende trotzdem nahezu voll belegt. Und das war auch das erste Mal das wir mit diesen Vieren in Kontakt kamen, aber es sollte nicht das letzte Mal bleiben. Lustig, noch gestern hätte Sven wetten können das wir auf dieser Tour nicht einen Deutschen treffen werden und schon heute wurden wir eines anderen belehrt. Die 4 liefen auch Norge på Tvers aber mit Zelt und ganz in ihrem eigenen Takt.
Wir haben dann in der Huette ordentlich gefeuert damit alle ihre Sachen trocknen konnten.
Wir drei haben Karten gespielt, dann haben wir den Deutschen was von unserem Brot abgegeben. Und uch einen meiner Energiegels, mit Koffein.
Einem von Ihnen ging es nämlich gar nicht gut. Ihm war schlecht und er konnte nix essen, brauchte aber eigentich nach diesem Tag mal etwas Energi. Und wir dachten, so eine Scheibe weiches Schwedenbrot geht vielleicht besser zu essen als das uebliche Trockenfutter was man so auf einer Wanderung isst. Warum es ihm so schlecht ging? Er war wohl allergisch gegen Fruktose und hatte wohl nicht genau gelesen was seine Muesliriegel enthalten haben die er so in den letzten beiden Tagen gegessen hatte. Zeug gibts.
Als es dann Zeit war sich schlafen zu legen hat Thorben beschlossen, in der Kueche zu schlafen. Er wollte einfach mal eine Nacht seine Ruhe (er behauptet wir wuerden beide schnarchen) und die Kuechenbänke waren breit genug um auch als Bett zu dienen.
Draussen regnete es seitdem wir angekommen sind und fuer die Nacht war auch jede Menge weiterer Regen angesagt, um ehrlich zu sein, es sollte bis morgen Mittag durchregnen. Also ist fuer morgen erstmal ausschlafen angesagt. Und eins ist sicher, auf so ausgetrockenete Moore wie heute werden wir morgen wohl nicht mehr treffen.
Mittwoch, 30. Juli 2025, 3. Wandertag-Folge der Spur des Wassers
Kvitfjellshytta-Prestøyhytta 12km, 422 Höhenmeter, 5h20min
Wie versprochen hat es die ganze Nacht geregnet und auch als wir aufwachten regnete es noch. Und so hatte heute niemand Eile. Wir spielten Karten, unterhielten uns, packten unsere Rucksäcke, aber eben langsamer als sonst. 12 Uhr wollten wir dann aber trotzdem los, es hatte zwar noch nicht wirklich aufgehört zu regnen aber es regnete zumindest nicht mehr so stark und irgendwann mussten wir ja los. Ich war draussen schon abmarschbereit, aber meine Jungs kamen einfach nicht. Was war denn da los? Ich bin nachschauen gegangen. Oh nein, bei Thorbens einem Schuh löste sich die Sohle schon ab. Jetzt war guter Rat teuer. Wo bekamen wir denn nun neue Schuhe her? Oder wie bekamen wir die alten repariert? Gerade kamen zwei weitere Huettenwirtinnen an welche die Rucksäcke voller Proviantnachschub fuer das Voratslager hatten und die andere Frau ablösen sollten. Eine von ihnen gab uns eine Rolle Sporttape, vielleicht wuerde das funktionieren? Naja einen Versuch war es wert. Sven tapte den Schuh zusammen. Den Rest des Tapes durften wir mitnehmen und bekamen auch noch ein Spannband geschenkt, fuer alle Fälle.
12.15 Uhr machten wir uns dann im Nieselregen auf den Weg. Es dauerte nur ein paar Meter da war alles nass. Schuhe, Hosen, einfach alles. Auch wenn es jetzt nur noch wenig Wasser von oben gab so war doch sämtliches Buschwerk und anderes Gruenzeug mit Wasser getränkt welches natuerlich auf uns uebersprang sobald man eine Planze beruehrte.
Wir hatten die Huettenwirtinnen bezueglich des Weges befragt. Aussage: die ersten 6 Kilometer sind etwas nass, danach gehts hoch auf den Berg dort ist es dann trocken.
Wir liefen los, querten dann gleich den Fluss ueber eine Bruecke, kurz bergan und dann kam auch schon das erste Moor. Und das hatte so gar keine Ähnlichkeit mit denen die wir gestern durchwandert haben. Nein, heute war es nass, nasser, am nassesten. Das Wasser lief nur so durchs Moor, hier blieb kein Fuss trocken. Leider blieb es nicht bei dem einen Moor, nein, eines löste das andere ab, unterbrochen oft nur durch eine Bachquerung. Du meine Guete. Es ging nun gar nicht mehr darum einen Weg zu finden trocken da durch zu kommen, nun ging es nur darum den Weg zu finden wo man am wenigsten nass wird. Und Moorlauf ist auch unglaublich anstrengend. Es kostet Kraft jedesmal den eingesunkenen Fuss wieder aus den Klauen des Sumpfes zu befreien. Als wenn eine unsichtbare Kraft den Fuss festhält. Und das bei jedem Schritt. Naja, zumindest hatte es nun aufgehört zu regnen.
Wir trösteten uns damit das es ja heute nur 12 Kilometer zu laufen sind und es ja auch nur die ersten 6 Kilometer nass ist.
13.30 Uhr, nach 75 Minuten Wanderung im Sumpf, Morast und Wasser machen wir eine erste Pause an einer Bruecke ueber den Fluss Tversona. Immerhin, reichlich 3 Kilometer hatten wir geschafft. Also mir kann niemand erzählen das das alles vom Regen der letzten Nacht ist.
Während wir da so sitzen und auf die Bruecke schauen sieht man dahinter einfach nur eine Bergwand. Wo geht denn da der Weg lang? Der wird doch nicht fast senkrecht nach oben gehen?
Doch wird er und zwar so steil das man teilweise die Hände zur Hilfe nehmen musste. Und das der Weg so schlammig war machte es natuerlich nicht einfacher da es extrem rutschig war. Wir versuchten also so gut es ging Halt an umgestuerzten Bäumen oder der im Boden verankerten Vegetation zu finden.
Oben angekommen geht es dann genaus weiter wie es unten aufgehört hat. Wasser, Sumpf, Morast. Erstaunlicherweise waren die Jungs aber heute bedeutend besser drauf als gestern, vermutlich lockte der morgige Pausentag.
Irgendwann ging der Pfad dann mal an einem Bach lang. Also ehrlich wenn man nicht schon nass wäre und man irgendwo einen trockenen Platz gefunden hätte wo man den Rucksack mal absetzen kann wäre es hier eine super Stelle gewesen ein Bad zu nehmen. Statt dessen kämpften wir mit dem Wasser welches erst noch auf dem Weg in den Bach war. Dann kamen wir an eine Stelle wo quasi ein Bach quer ueber den Pfad verlief. Das Problem war, es war nicht nur ein Bach. Nein da war auch ein Graben und der war so tief das man den Boden nicht gesehen hat. Normalerweise gehe ich ja einfach nur noch durch alle Bäche durch aber der hier….da wäre ich mindestens bis zum Bauch im Wasser verschwunden und vor allem auch nicht wieder rausgekommen. Und nun? Der Bach war nicht sonderlich breit, eigentlich. Aber man wusste ja nicht was sich am Ufer unter dem ueberschwemmten Gras befindet. Gab es dort festen Boden oder wuerde man im darunter liegenden Schlamm versinken? Sven beschloss, das Risiko einzugehen und es zu testen. Zum Glueck kam er heil rueber. Er hat dann noch Thorben und mir rueber geholfen, nicht das noch einer ins Wasser fällt, da können wir nun nicht noch brauchen.
Und weiter ging es. Dann kamen wir an eine Stelle da musste man den grossen Bach queren. Ich bin einfach mit Turnschuhen durch, Sven kam ganz okej rueber. Nur Thorben fand keinen richtigen Weg. Schuhe ausziehen kam nicht in Frage da sie ja getapt waren und da konnte man sie nicht einfach ausziehen. Es hat eine ganze Weile und Svens Hilfe gebraucht bis Thorben endlich auch erfolgreich dieses Gewässer ueberquert hatte. Nun konnte dei Moorwanderung weitergehen.
Um 15 Uhr machen wir eine weitere Pause. Eine trockene Stelle zu finden ist unmöglich so das die Jungs sich auf ihre Ponchos setzten und ich im Stehen Pause machte. Wir können es nach wie vor nicht fassen. 6 Kilometer Wasserschlacht liegen hinter uns. Nun muesste es ja endlich besser werden. Ich frage mich auch was sich die Huettenwirtinnen heute frueh gedacht haben als sie meinten das wäre eine ganz toll Etappe, nur eben am Anfang etwas nass.
Die nächste Pause kurz vor 16 Uhr, irgendwo auf dem Berg, also, auf dem ersten Berg. Gerade mal 1,5 Kilometer haben wir in dieser Stunde geschafft. Warum? Ja, nun ging es bergauf und man war nicht zimperlich mit den Höhenmetern. Nur diese Sache von wegen wenn es dann hoch geht wird es trocken…… die gehörte eher in die Schublade Geschichten aus dem Märchenwald. Ja, natuerlich, hier gab es kaum noch Sumpf (aber manchmal trotzdem). Dafuer war aber der Weg der Bach da sich das Wasser den einfachsten Weg den Berg herunter suchte. Wir mussten also nur der Spur des Wassers folgen wenn wir wissen wollten wo der Pfad lang geht. Unglaublich. Naja zumindest hat man hier auch mal so etwas wie eine Aussicht. Aber irgendwie will sich trotzdem kein richtiges Berggefuehl einstellen. Wir sind zwar ueber der Baumgrenze aber trotzdem ist alles so gruen, wo sind denn hier die kargen Berge? Die Aussicht währte allerdings nicht mehr lange denn ueber den Bergkamm zogen Wolken herein und es war nur noch eine Zeitfrage bis uns selbige verschlingen, zumal der Weg weiterhin anstieg.
Wir stiegen höher und höher, die Wolken wurden dichter und dichter. Viel sahen wir nicht mehr und das wo es doch hier so besonders schön sein sollte. Hatten die Jungs gestern ein ziemliches Tief so hatte ich meins heute. Diese 12 Kilometer…….es klingt nicht viel war aber aufgrund des Weges soooo anstrengend. Und dann eben da oben auf dem Berg, ganz allein, keine Geräusche, weder von Tieren noch von Menschen. Und dieser Nebel, wie im Geisterfilm. Ich glaubte nicht mehr daran das wir heute noch zu einer Huette kommen, es war schon ziemlich spät daher das wir ja erst so spät losgelaufen sind. Ich rechnete jeden Moment mit dem Einbruch der Nacht. Und es ging nach wie vor meist bergan.
Als es dann endlich endlich bergab ging, machten wir nochmal eine Pause. Die Jungs schickten mich voraus, sie hatten keine Lust mehr auf meine Laune. Und so lief ich alleine den restlichen Weg zur Huette die irgendwann endlich aus dem Nebel auftauchte.

Aber natuerlich kam man nicht dorthin ohne nochmal ein fieses Moor zu queren.
In der Huette angekommen (gegen 17.30 Uhr) entledigte ich mich aller nassen Klamotten und Schuhe und stellte sie schonmal in den Trockenraum in dem es schon herrlich warm war. Wir waren wohl nicht die Einzigen die hier sagen wir mal leicht nass wurden unterwegs. Dann wartete ich auf meine Jungs die irgendwann kurz vor 18 Uhr aus dem Nebel auftauchten.
Wir machten dann erstmal Abendbrot, sorgten dafuer das das Feuer im Trockenraum nie ausgeht und ruhten uns aus. Gegen 20 Uhr kamen dann auch die 4 Deutschen an, sie hatten sich mehr Zeit gelassen. Einer von ihnen hatte ja am Vortag schon versucht den anderen das Skatspielen beizubringen. Heute wurde diese Mission fortgesetzt und heute durfte auch Thorben mitmachen. Man merkte gleich das der Eine, der es konnte, Lehrer war. Mit einer Engelsgeduld und einer Ruhe hat er immer und immer wieder die Regeln erklärt. So wurde es trotz der Strapazen während der Wanderung noch ein schöner Abend.
Donnerstag, 31.07.2025, 4. (Wander)Tag, Pausentag
Prestøyhytta 0 Kilometer Badetag und Huette voll
Heute gab es dann endlich den ersehnten Pausentag. Und der kam gerade richtig, die Schuhe waren noch weit entfernt von trocken.
Heute wollten wir uns aus dem Proviantlager versorgen was es in allen unbemannten Huetten gibt. Da hatten wir aber auch etws Glueck, das Knäckebrot war nämlich so gut wie alle aber mit den 8 Scheiben die es noch gab waren wir zufrieden.
Das Wetter war heute einfach nur super. Nun sah man auch mal was von der Landschaft, schade das wir gestern keinen Ausblick auf das Delta hatten. Die Deutschen machten sich dann irgendwann auf den Weg aber wir hatten die Hoffnung, sie in ein paar Tagen wieder einzuholen da auch sie später einen Pausentag geplant hatten.
Am Anfang hatten wir auch noch tierische Gesellschaft in Form eines Hundes, der war lustig. Aber auch er wanderte dann irgendwann mit seiner Besitzerin (der Huettenwirtin von gestern) weiter.
Pausentag ist Waschtag. Noch dazu bei dem Wetter. Wir gingen am Vormittag, nachdem alle anderen die Huette verlassen hatten, den steilen Abhang runter zum Fluss, da sollte es eine tolle Badestelle geben. Und tatsächlich, am Fusse eines Wasserfalls gab es eine Art Badewanne. Während die Jungs dort badeten suchte ich mir eine andere Stelle mit einem kleinen Wasserfall wo ich den Kopf drunter halten konnte, wollte Haare waschen. Ich fand die perfekte Stelle, machte die Haare nass, nehme das Shampoo…………und es rutscht mir aus der Hand und fährt mit der Strömung den Berg hinab, noch bevor ich es ueberhaupt benutzen konnte. So ein Mist aber auch. Versuchte dann die Haare mit Seife zu waschen aber das ist ja immer nur so halbgut, daher hatte ich extra Shampoo mitgenommen. Aber wenn man halt schusselig ist…..Wäsche habe ich dann auch noch gewaschen.
Dann ging es zurueck zur Huette (haben natuerlich auch gleich noch zwei Eimer Wasser mit hochgenommen) wo die Jungs Pizza zu Mittag machen wollten. Sie hatten das gestern bei zwei anderen gesehen, im Voratsraum gab es alles waas man brauchte, Pizzateig, Pizzasosse, Huehnchen in der Dose. Nur Käse gab es keinen aber das ging bestimmt auch ohne. Die Pizza sah dann auch ganz gut aus und roch super lecker leider stellte sich heraus das das vermeintliche Backpapier was wir untergelegt hatten wohl eher Brotpapier war. Mit anderen Worten, es gab keine Chance die Pizza vom Papier zu bekommen ohne jede Menge Teig einzubuessen. Schade ums Geld denn die Zutaten waren nicht wirklich preiswert. Bezahlen kann man die uebrigens ganz einfach. Es gibt da ne App wo man alles registriert was man da aus dem Proviantraum nimmt. Man kann das entweder gleich bezahlen oder man sammelt und bezahlt später alles auf einmal, problemlos mit Karte.
Es kamen ab und an Wanderer vorbei aber niemand wollte bleiben.
Gegen Mittag zog sich der Himmel zu und es regnete sogar. Nanu, heute sollte es doch den ganzen Tag wolkenlos sein. Kurz den Wetterbericht geschaut, das Bombensupersonnenwetter war auf morgen verschoben. Also ehrlich die ändern den Wetterbericht hier stuendlich das ist der Wahnsinn. Und nur eins ist sicher, das nichts sicher ist. Wir mussten das Wetter eh nehmen wie es kommt und konnten nur aufs Beste hoffen.
Irgendwann kamen dann 3 juengere Mädels den Berg herunter, ziemlich leicht bekleidet fuer eine Fjällwanderung. Daher hiessen sie fortan ”die Nackedeis”. Aber sie waren eigentlich super nett und da wir keinen weiteren Pausentag geplant hatten wuerden wir sie nun jeden Tag spätestens an der Huette wiedersehen. Die 3 berichteten von einem Vater mit seiner 10jährigen Tochter die auch Norge på Tvers gehen und auch unterwegs hierher waren das sie aber super spät erst losgelaufen seien und einem Paar mit Hund die auch noch kommen werden. Die Huette fuellte sich aber uns war es egal, wir hatten ja unsere gebuchten Betten. Ausserdem war die Huette meines Wissens auch ausgebucht, selbst das 4. Bett in unserem Zimmer war gebucht (es tauchte aber am Ende niemand auf der dieses Bett gebucht hatte so alles in Ordnung)
Ziemlich spät am Abend, so gegen 21 Uhr kamen dann noch 5 Leute, darunter 2 Kinder. Sie hatten nicht gebucht, wollten aber drinnen schlafen und hatten auch kein Zelt dabei. Hm, wie denkt man da eigentlich? Zu fuenft, ohne Zelt, in eine Huette gehen die eigentlich ausgebucht ist und dann auch noch so spät kommen? Auch der Vater mit Tochter war mittlerweile angekommen, auch sie wollten gerne drinnen schlafen auch wenn sie nicht gebucht hatten aber immerhin sie waren nur zu zweit und hatten zur Not ein Zelt dabei. Die 5 Mann waren ueberigens: eine nach Norwegen ausgewanderte Deutsche, ihre zwei Kinder und ihre Eltern. Uns wurde das alles zu viel, wir zogen uns in unser Zimmer zurueck und erfuhren im Endeffekt erst am nächsten Tag wie man die Bettenverteilung geregelt hatte: die 5 nahmen die letzten beiden verfuegbaren Zimmer, Vater und Tochter schliefen in der Kueche, da gibt es so Sitzbänke die so breit sind das man drauf schlafen kann. Nur wird man halt frueh beizeiten munter wenn der Erste in der Kueche hantiert.
Die 5 gingen uebrigens nicht Norge på tvers sondern kamen heute von einem nur 5 Kilometer entfernten Parkplatz. Das ist uebrigens auch so ein Problem mit dieser Wanderung. Zu den meisten Huetten kann man mit dem Auto fahren bzw. bis nicht weit von den Huetten weg. Da kommt man sich irgendwie auch blöd vor wenn man weiss der Zugang zur Zivilisation ist gleich um die Ecke und daher sind die Huetten im Prinzip auf fuer jeden Hinz und Kunz ohne grössere Probleme erreichbar. Da fragt man sich dann schon manchmal warum wir uns diesen Weg eigentlich antun wenn man doch auch viel bequemer hierher kommen kann.
Freitag, 01. August 2025, 5. Wandertag Der beste Tag der Tour
Prestøyhytta-Schulzhytta 16,5km, 439 Höhenmeter, 6h45min
Wir haben uns ja immer ueber die Leute lustig gemacht die mit Schuhe wandern gehen wo sich die Sohlen ablösen. Man muss doch seine Ausruestung vor dem Antritt der Wanderung nochmal kontrollieren. Tja, und nun erleben wir am eigenen Leib wie schnell das gehen kann. Die Schuhe waren Tippitoppi in Ordnung bevor wir losgelaufen sind und nun befinden sie sich schon total in Auflösung.
Wir tapten die Schuhe erneut und hofften das sie bis zur nächsten Huette halten. Und wir mussten die Daumen druecken das es dort vielleicht irgendwie ein paar andere Schuhe gibt, haben wir ja in Schweden schon oft erlebt das es herrenlose Schuhe in den Huetten gibt.

Kurz nach 8 Uhr verlassen wir die Huette. So ziemlich als erste, nur die Hundeleute sind schon fort. Heute sollen bis zu 23 Grad werden und es soll ausnahmsweise mal nicht regnen. Na schaun wir mal.
2022 hat man den Weg Richtung Schulzhytta umverlegt. Frueher ging man von der Huette aus nach oben und ueber einen Huegel, jetzt geht man nach unten und ueber Moore. Was aber trotzdem ganz okej ist da es viele Holzbohlen gab. Nur hin und wieder lagen auch diese unter Wasser, nasse Fuesse bekommt man also trotz allem. Wir kamen gut voran, heute lohnte sich oft der Blick zurueck.
Um 9.20 Uhr, mit genau 4 Kilometern auf der Uhr machen wir eine Pause. Haben gerade eine Bruecke ueberquert und sitzen auf einer Anhöhe. Und was sehe ich von diesem Aussichtsplatz? Weiter vorn befindet sich ein Pferdehof. Ich konnte meinen Augen kaum trauen, so mitten in den Bergen, das gibts doch gar nicht. So richtig mit mehreren Gebäuden und Weiden und natuerlich einigen Pferden.
Nun befinden wir uns ja in Norwegen und natuerlich kamen wir auch heute nicht ohne Steigungen davon. Die begannen dann im Prinzip gleich nach der Pause. Immer mal gespickt mit einem Moor also auch heute blieben meine Schuhe nicht trocken. Hin und wieder sahen wir mal die Hundeleute vor uns laufen, da sah man zumindest wo mn hoch musste. Der Vorteil: je höher man kommt umso besser wird die Aussicht und bei diesem tollen Wetter kann man eine solche eben auch mal geniessen. Selbst einen Regenpfeiffer bekamen wir nach langem Suchen zu Gesicht, hatten ihn immer nur gehört aber es ist gar nicht so leicht sie zu entdecken.
11 Uhr, 7,5 Kilometer auf der Uhr, nächste Pause. Wir wollten eigentlich die 8 Kilometer noch voll machen aber wir haben hier so ein herrliches Plätzchen gefunden, das musste man nutzen. Und so machten wir auch wirklich eine lange Pause (30 Minuten). An solchen Tagen macht das Wandern sogar sowas wie Spass, alles geht viel leichter von der Hand. Zumal hier eben auch die Streckenfuehrung so ganz untypisch fuer Norwegen ist. Hier geht es nicht einfach geradewegs ueber den Berg sondern die Wegfuehrung ist, wie sagte es Sven so schon, mehr logisch, es muss ja nicht immer der höchste Punkt sein. Moltebeeren haben wir unterwegs auch schon jede Menge genascht, das zeigt ja auch das hier nicht so viele Leute unterwegs sind sonst gäbe es ja nicht so viele Beeren am Wegesrand.
Nach der Pause ging es weiter bergauf, wir mussten wieder mehrere Moore queren. Eins davon war so tief und schlammig das ich da nicht durch wollte und einen langen Weg drumherumgesucht habe (mit Hife von Sven der schon durch war und auf der nächsten Anhöhe stand und mich von da oben aus dirigieren konnte). Irgendwann wurden wir dann auch von den Nackedeis ueberholt, sie hatten ein deutlich schnelleres Tempo als wir, aber ist ja auch kein Wunder, sie sind ja auch nur halb so alt wie wir.
Kurz nach 13 Uhr machten wir eine letzte Pause. Ab hier das sah man schon, ging es endlich bergab. Man sah auch in der Ferne diverse Huetten im Wald, welche aber die Schulzhuette war das wussten wir nicht.
Als wir gerade wieder aufbrechen wollen reisst plötzlich eine Sohle von Thorbens linkem Schuh quasi nahezu ganz ab. So ein Mist aber auch. Mit dem letzten verbliebenen Tape hat Sven die Sohle wieder befestigt. Leider wurde das Tape etwas zu straff gezogen so das Thorben jetzt beim Laufen ziemliche Schmerzen hatte. Der Arme. Aber wir konnten es nicht nochmal neu machen, wir hatten kein Tape mehr. Er biss die Zähne zusammen, bis zur Watstelle die noch vor uns lag wollte er durchhalten. Diese befand sich ca. 2,5 Kilometer vor der Huette und sollte angeblich knietief sein. Da mussten die Schuhe eh ausgezogen werden.
Bis dorthin ging es im Prinzip nur bergab und wir kamen gut voran. Die Watstelle stellte sich dann mal wieder als null Problem heraus, also wo man hier knietief im Wasser stehen konnte war uns ein Rätsel. Trotzdem zog ich die Schuhe aus. Die waren jetzt schon ne ganze Weile trocken, das durfte bis zur Ankunft gerne so bleiben. Und auch Thorben pellte sich aus den Stiefeln. Den Rest wollte er in seinen Gummilatschen gehen.

Da uns klar war das das wohl etwas länger dauern wuerde ging Sven schonmal voran um die Lage bezueglich ein Paar Austauschschuhen zu sondieren und ich blieb bei Thorben. Eigentlich wollte ich auch gleich den Rest in Gummilatschen gehen aber ich tauschte dann doch wieder zu meinen Turnschuhen, Gummischuhe eignen sich doch wirklich nur sehr bedingt zum wandern.
Das letzte verbleibende Stueck bis zur Huette verlangte dann noch einmal alles von uns ab, Sumpf, Wurzeln, bergauf. Und die Huette sieht man auch wieder erst wenn man quasi schon davor steht.

Als Thorben und ich gegen 15 Uhr dort ankamen hatte Sven schon eine der Angestellten damit beauftragt doch mal zu schauen ob es irgendwie ein paar uebriggebliebene Schuhe in Grösse 42/43 gibt. Sie kam dann mit dem einzigen Paar wieder was sie gefunden hatte: ein Paar Langlaufskischuhe. Wir dankten fuer ihre Bemuehungen aber ich wusste das man in solchen Schuhe nicht wirklich wandern kann zumal es ein besonders hartes und steifes Exemplar war. Hm, hier wuerden wir also keine neuen Schuhe bekommen. Aber zumindestens gab es hier Panzertape. Ich wollte welches kaufen aber zum verkaufen hatten sie keins, wir durften aber die eine einzige Rolle benutzen die sie auf ihrem Tisch liegen hatten. Aber sicherheitshalber kaufte ich noch eine Rolle von dem weissen Sporttape mit dem wir bisher die Schuhe behandelt hatten.
Nachdem das also geklärt war waren wir gleich duschen bevor erst alle anderen gleichzeitig in die Nassräume wollen. Zum Duschen gings in den Keller, alles etwas altmodisch aber erfuellte seinen Zweck. Ich fand zum Glueck auch einen Rest Duschbad mit dem ich meine Haare waschen konnte. Danach waren wir noch etwas draussen, unterhielten uns mit den Hundeleuten, genossen die Sonne. Das Wetter war wirklich toll.
Auch die 5 aus der Prestøyhytta sind hier angekommen, sind mittlerweile aber zu sechst, wo jetzt der Mann der ausgewanderten Deutschen noch dazugestossen ist habe ich irgendwie verpasst. 18 Uhr war es Zeit fuers Abendbrot. Diese Huette hier war eine bemannte Huette und in den bemannten Huetten hat man Verpflegung, bei manchen kann man zwischen Halb- und Vollpension wählen, bei anderen, wie der hier gibt es nur Vollpension. Kostet natuerlich einen Teil aber das spart man bei den preiswerten unbemannten Huetten wieder ein. Und ausserdem muss man dadurch ja weniger Essen mitschleppen.
Die deutsch-norwegische Familienbande kam zu spät zum Essen und musste mit den Plätzen Vorlieb nehmen die eben noch frei waren (der Speisesaal war voll bis zur Berstgrenze). Das fuehrte dazu das nicht alle zusammen sitzen konnten und der Vater als Einziger an unseren Tisch musste. Man sah und merkte ihm deutlich an das er damit nicht wirklich gluecklich war. Verständlich. Norge på tvers wird zu 90-95 Prozent von Norwegern gelaufen. Wenn man da als Deutscher mit fasst nur Norwegern am Tisch sitzt aber selbst weder norwegisch noch englisch spricht fuehlt man sich sicher etwas verloren, zumal er auch soweit von uns weg sass das er sich auch mit uns nicht unterhalten konnten. Wir halfen ihm nur hin und wieder aus der Patsche wenn die Sprachbarriere doch zu sagen wir wichtigen Problemen fuehrte, z.B. bei der Getränkebestellung.
Dann wurde das Menue presentiert. Also so mit Ansprache, wo erstmal das Personal vorgestellt wird, wer fuer was verantwortlich ist und dann eben das Menue. Ausschliesslich auf norwegisch. Als Vorspeise gab es Tomatensuppe mit selbst gebackenem Brot, als Hauptgericht verstand ich Carbonara und als Nachtisch Kaffee und Kuchen. Hm, Carbonara ist jetzt schon okej aber eigentlich ein ganz normales Wanderessen, irgendwie hatte ich mir da schon bisl was anderes erwartet zumal das Essen ueber 400 NOK gekostet hat. Aber naja es war unsere erste Begegnung mit bemannten norwegischen Huetten, man musste das als Erfahrung abhaken. Umso verwunderter und erfreuter war ich als das Hauptgericht dann kam. Es gab nicht Pasta Carbonara, es gab Kartoffeln, Gemuese und karamelisierte Zwiebeln, Rote Beete Chutney und…..tataaaa, Buletten oder Fleischklopse oder Frikadelle oder wie man es nun nennen mag. Ich war nicht boese drum aber was hatte das mit Carbonara zu tun? Ganz einfach, es hiess Karbonade und ist eine regionale Spezialität aus Norwegen und das Fleisch dafuer war wohl auch aus den umliegenden Bauernhöfen. Ja, so ein Essen war schon was fuer den hungrigen Wanderer. Es gab nur ein kleines Problem, alles wurde auf Platten oder Schuesseln serviert die man rumreichte und wo sich jeder nahm was er wollte. Und gegen Ende hin musste man dann schon genau schauen das es auch noch fuer den Letzten reicht. Aber das Essen war sehr lecker.
Später am Abend, nach dem Abendbrot haben wir uns etwas mit dem Vater der Familienbande unterhalten. Er war nicht wirklich zufrieden mit der Lebenswahl seiner Tochter und auch die Wanderung war nicht so sein Geschmack. Er schien aber auch generell so etwas herbe Ansichten vom Leben zu haben. Hatte gestern schon zu Sven gesagt er wuenschte sich 1989 wäre alles so geblieben wie es war, Gut gegen Böse (weil er gehört hatte das wir aus dem Osten sind). Als Sven ihn dann fragte wer denn seiner Meinung nach in dem Spiel gut war und wer böse konnte er diese Frage dann aber auch nicht beantworten. Ich denke da ging ihm schon das erste Mal auf das es manchmal auch einfach besser ist nix zu sagen. Zum Glueck war Sven nicht nachtragend. Nur bei passender Gelegenheit als das Gespräch mal auf unsere Reise in die Antarktis zu sprechen kam meinte Sven zum alten Mann: Chile hätte dir gefallen da ist noch alles wie vor 1989.
Auch fuer eine Runde Skat fanden wir noch Zeit. Am Abend gab es dann einen schönen Sonnenuntergang, vom Norden her zog es aber auch ziemlich schwarz herein. Der Regen war zwar erst fuer morgen angesagt aber man weiss ja nie.
Heute viele Auswanderer in der Huette, wir, die Deutsche die nach Norwegen ist, ein Engländer der nach Schweden ausgewandert ist und weitere zwei Deutsche die nach Schweden ausgewandert sind. Aber wir sind die Einzigen die Norwegen der Quere gehen.
Ja und dann war es auch Zeit sich ins Zimmer und die Betten zurueckzuziehen. Und hier haben wir dann auch schon Pläne geschmiedet was wir machen wenn wir auch in der nächsten Huette keine Ersatzschuhe finden wuerden. Entweder Thorben bleibt dann in der Ramsjøhytta, wir gehen die Tour fertig und holen ihn dann mit dem Auto an dem 4 Kilometer von der Ramsjøhytta entfernten Parkplatz ab. Oder die Schuhe halten noch bis Storerikvollen, von dort kann man ein Boot bis zur Nedalshytta bestellen. Aber das sind erstmal nur Ideen und Möglichkeiten, schauen wir mal wie es am Ende wird.
Samstag, 02. August 2025, 6. Wandertag Die Schuhe haben fertig
Schulzhytta-Ramsjøhytta 14,5km, 470 Höhenmeter, 5h45min
Ich habe gestern beschlossen das ich heute mal in den Stiefeln laufe. Schliesslich hatte ich Thorben ja quasi die Schuhe vor der Wanderung aufgeschwatzt, fuehlte mich also an der Situation irgendwie auch mitverantwortlich. Und Thorben hatte doch mittlerweile ziemliche Probleme mit den Fersen so das er heute mal meine Turnschuhe nehmen konnte die ja nicht auf die Fersen druecken und ich nahm die Wanderschuhe. Ist schon praktisch wenn man die gleiche Grösse hat.

Fuer heute war auch Gewitter angesagt, fuer 14 Uhr ein kleines fuer 17 Uhr ein Grosses. Mittlerweile soll es kein Gewitter mehr geben sondern nur noch Regen. Trotzdem wollen wir so zeitig wie möglich los , vielleicht kommen wir ja noch vor dem Wetter, was auch immer es nun wird, an der nächsten Huette an.
Fruehstueck gibt es zwischen 8 und 9. Was dazu fuehrt das es im Fruehstuecksraum ein ziemliches Gedränge gibt, verstehe gar nicht warum man das nicht etwas länger rauszieht, nicht jeder will vielleicht so zeitig los, manch einer bleibt ja sogar noch einen Tag hier? In den bemannten Huetten ist auch ein Fresspaket fuer unterwegs enthalten. Was im Prinzip nur bedeutet das man sich zum Fruehstueck auch Brote fuer unterwegs schmieren kann und auch alles was es sonst noch auf Fruehstuecksbuffet gibt mitnehmen kann. Deshalb hatten wir extra Plastedosen mit wo man das Zeugs dann auch reinpacken kann. Man kann auch seine Thermosflasche fuellen lassen mit heissem Wasser oder Kaffee, fuer unterwegs. Nun haben wir ja keine Thermosflaschen mitgeschleppt, dieser Punkt fiel also fuer uns aus.
Nachdem wir die Schuhe mit reichlich blauem Panzertape versehen hatten und noch schnell paar Bilder vom Huettenplatz gemacht hatten (das war gestern irgendwie zu kurz gekommen)
sind wir nach dem Fruehstueck, 8.45 Uhr, losgelaufen. Der Weg fuehrt zunächst durch einen Nadelwald. Also nicht Krueppelkiefern oder so sondern ganz normale hohe und dicke Nadelbäume, das kennt man sonst auch nicht von einer Fjällwanderung und schon gar nicht wenn man schon paar Tage unterwegs ist.

Dann ging es zur Abwechslung mal steil bergab aber nur damit es dann nach der Bruecke genauso steil wieder bergan gehen konnte.
Nach einer Weile erreichte man dann plötzlich eine Weide. Diese gehörte zu einem Pferdehof und man musste eine Weile ueber selbige wandern. Hier sah es aus wie auf einer Alm. Nachdem wir die Weide durchwandert sind und selbige durch ein Tor wieder verlassen hatten ging es weiter mit dem Anstieg.
Und der hatte es mal wieder in sich, war doch ziemlich steil und auch steinig was in Anbetracht des Wetters nicht so optimal war. Es nieselte nämlich und da werden die Steine eben auch rutschig. Auch heute gab es wieder Moore zu durchwandern und eine Steigung löste die andere ab. Nach 3 Kilometern hatten wir schon wieder 225 Höhenmeter hinter uns, das zeigt wie sehr es hier bergan ging (zumal es ja teilweise besonders am Anfang auch mal geradeaus ging). Dann kam so etwas wie ein Plateau. Was aber nicht bedeutete das es jetzt nicht mehr bergan ging. Es ging nur nicht mehr soviel bergan. Man konnte erahnen das wir hier von ziemlich hohen Bergen umgeben waren, nur wie hoch sie wirklich waren blieb ein Geheimnis da sie in den Wolken hingen.
Nach dem Plateau ging es dann wieder mehr bergan und der Weg war auch schlechter zu laufen da er recht steinig war und auch von einigen Bächen durchzogen. Nach 6,5 Kilometer kamen wir dann an dem Schild vorbei was den Punkt markieren soll wo man die Hälfte geschafft hat. Also eigentlich 7,5 Kilometer. Das war aber komisch. Ich meine, die Kilometerangaben stimmen ja oft nicht mit meiner Uhr ueberein aber im Normalfall zeigt die Uhr mehr an, nicht weniger. Ich meine, uns sollte es natuerlich recht sein aber so richtig glauben konnten wir das nicht.
Als wir dann oben angekommen waren haben wir eine Mittagspause gemacht (11.45 Uhr) mit Blick auf einen See und jede Menge Rentiere. Und wie schon gesagt, wuerden die Wolken nicht so tief hängen hätten wir sicher auch gesehen wie hoch der Berg war, wenn mich jetzt nicht alles täuscht handelte es sich um das Fongenmassiv. Und man konnte auch ahnen das sich dort auch Gletscher befinden. Wir haben mittlerweile schon wieder 400 Höhenmeter hinter uns gebracht und knappe 8 Kilometer und befinden uns nun auf 867 Metern ueberm Meeresspiegel
Nach der Pause dachten wir das wir jetzt nur noch etwas geradeaus gehen muessen und das wir dann mit dem Abstieg beginnen können aber da hatten wir die Rechnung natuerlich mal wieder ohne die Norweger gemacht, bevor es an den Abstieg ging mussten wir erst noch ein Stueck nach oben bis zu einem Sattel ansteigen. Von hier aus hatte man trotz Wolken einen ziemlich tollen Ausblick auf das was nun noch vor uns lag. Und die Aussicht wurde sogar noch besser als die Wolken sich etwas lichteten.
Ja, der heutige Tag hatte schon was von Fjällwanderung. Und so war auch der Abstieg zunächst ziemlich steinig und wir mussten hier und da schon ganz genau hinschauen um den Weg nicht zu verfehlen.
13.15 Uhr. Eine letzte Pause nach 11,2 Kilometern. Die Sonne ist sogar mal kurz rausgekommen, das freut uns natuerlich. Das Tape der Schuhe hat sich nun auch schon ziemlich abgelöst, ob das noch bis zur Huette halten wird? Egal, mein Wunsch war es das die Schuhe mindestens 10 Kilometer hielten und die hatten wir nun hinter uns so alles andere war nun Bonus.

2,5 Kilometer vor der Huette gab es dann kein Halten mehr fuer die Sohle, jetzt war der Zeitpunkt gekommen auf die Gummilatschen zu tauschen. Zum Glueck war der Rest der Strecke nicht besonders steinig. Nur leider stellenweise sehr matschig. Und sobald die Schuhe nass wurden oder der Boden nass war waren die Schuhe so unglaublich rutschig. Daher musste ich recht langsam laufen um nicht zuviel Geschwindigkeit zu haben falls ich doch wegrutsche. Dies wiederum fuehrte dazu das meine Jungs mich im Nullkommanichts abgehängt hatten. Na toll. Wenn mir also jetzt was passieren wuerde wuerde es nichtmal jemand merken, zumindest nicht gleich. Das liess mich natuerlich noch vorsichtiger laufen, ich durfte einfach nicht das kleinste Risiko eingehen auszurutschen und zu stuerzen.
Gegen 14.30 Uhr kam dann auch ich an der Ramsjøhytta an. Und kaum war ich da fing es auch schon an zu regnen. Beim Blick zurueck zum Sattel taten mir alle leid die noch unterwegs waren. Denn dort hingen jetzt tief die schwarzen Wolken. Und im Prinzip waren die Meisten noch unterwegs, ich glaub wir waren sogar die ersten die heute aus Richtung Schulzhytta gekommen sind.
Auch diese Huette hier war fuer heute Nacht ausgebucht. Selbst wir hatten nur noch Betten in der Sicherheitshuette ergattert und das nichtmal im selben Zimmer. Na herrlich das wuerde spannend werden, denn die Familienbande war ja auch unterwegs und Vater mit Tochter auch.
Auf die Ramsjøhytta hatten wir uns uebrigens besonders gefreut. Die Huette wurde 2022 neu erbaut mit ganz viel Glas und damit tollem Blick ueber den See und den Fongen im Hintergrund. Auch einen Badestrand gab es. Aber irgendwie waren wir dann doch etwas enttäuscht. Klar sie war neu aber sie hatte so gar keinen Charme irgendwie. Und bei dem Wetter gab es eben trotz vielen bodentiefen Fenstern auch keine Aussicht. Auch gab es draussen eine tolle Terasse aber auch die war natuerlich bei dem Wetter nicht nutzbar. Und irgendwie war auch die Akustik schlecht. Dadurch das der Aufenthaltsraum so gross und hoch und offen war war es doch ziemlich laut dort.
Wir bezogen ersteinmal unsere Zimmer. Beziehungsweise Sven und ich. Thorben wusste noch nicht so richtig wo er schlafen wollte. Er wollte erstmal sehen wie voll die Huette letztendlich wirklich wird und dann schauen ob er vielleicht bei uns in der Kueche schlafen kann, da gab es nämlich auch ein Doppelstockbett. Unsere Huette hatte sogar ein eigenes Klo. Das war zwar schon ziemlich voll aber schlimmer als die Klos im Haupthaus war das auch nicht denn dort roch es ziemlich streng.
Kurz nach uns kamen dann auch die Hundeleute an. Natuerlich wohnten sie auch bei uns in der Huette schliesslich war das die Hundeabteilung. Achja und hier trafen wir auch, wie geplant, die 4 Deutschen wieder, sie hatten hier einen Pausentag eingelegt. Aber auch sie waren etwas enttäuscht von der Huette, ihnen ging es ähnlich wie uns, sie hatten den Pausentag extra hier geplant weil die Huette so toll sein sollte. Es gab hier auch zwei freiwillige Huettenwirtinnen. Aber diese machten die Sache nicht wirklich besser. Deren Aufgabe war offensichtlich nur, Leute zu belehren und anzumaulen, helfen war nicht so deren Ding. Als Sven fragte ob es in der Huette vielleicht uebriggebliebene Schuhe gab (und erklärte was uns passiert ist) meinten sie nur (ohne ueberhaupt mal drueber nachzudenken), sie hätten doch keine Schuhe man muss seine Schuhe schon selbst mitbringen. Ja ne is klar, wir sind tagelang ohne Schuhe gewandert oder wie?
Dann kamen zwei Dänen an der Huette an, sie hatten auch nicht gebucht, wollten dies zwar unterwegs tun hatten aber keinen Empfang. Denen wurde nur pampig geantwortet man wisse nicht ob sie ein Bett bekommen könnten. Woraufhin der Däne auf irgendnen Berg geklettert ist wo es Handyempfang gab und dort die zwei letzten Betten gebucht hat.
Also hier merkte man ganz deutlich das die freiwillige Huettenwirtschaft bei manchen wirklich nur dazu dient gratis paar Nächte in so einer Huette zu wohnen. Arbeiten scheint das nicht zu beinhalten.
Also wie gesagt, das Klima in dieser Huette war nicht so unseres und so zogen wir uns irgendwann einfach in unser Huettchen zurueck. Hier hatten wir unsere Ruhe, alles was wir brauchten und konnten das Treiben in der Haupthuette vom Fenster aus beobachten. Zum Beispiel auch die Ankunft der 6-köpfigen Familienbande. Sie waren natuerlich ziemlich in den Regen gekommen (teilweise hat es nämlich ganz schön geschuettet) und als sie ankamen schmiss der alte Herr wutentbrannt seine Stöcke durch die Gegend. Und als sie dann auch erstmal kein Bett bekamen weil die Huette ja offiziell ausgebucht war und bis 20 Uhr im Aufenthaltsbereich rumsitzen mussten wurde die Laune sicher auch nicht wirklich besser. Wir hatten ja noch jede Menge freie Betten in unserer Huette, bisher waren wir nur zu fuenft und es gab 12 Betten aber mit jedem der ankam wuchs die Befuerchtung das es auch bei uns voll werden wuerde.
Komischerweise war dem nicht so. Alle fanden irgendwie doch Platz in der Haupthuette. Erst verhältnismässig spät am Abend kam ein älteres Ehepaar an welches bei uns einquartiert wurde und sich mit ”Huettenwirt” ins Buch einschrieb. Also an Huettenwirten scheint es hier nicht zu mangeln.
Und so entschied sich Thorben dann auch bei uns in der Kueche zu schlafen statt ganz alleine auf der anderen Seite des Hauses.
Ich hatte mich ja auch schon sehr auf ein Bad im See gefreut und war fest entschlossen es diesmal auch wirklich durchzuziehen aber bei diesem Wetter……da konnte ich mich dann einfach nicht mehr motivieren. Und ich habe mir heute eine riessige Blase unterm grossen Zeh gelaufen, genau wie frueher als ich diese Wanderschuhe noch getragen habe. Sie war allerdings schon von alleine aufgegangen. Auch Sven hat sich mittlerweile die Fersen aufgescheuert und die Blasenpflaster die er heute frueh drauf gemacht hat haben das Ganze eher verschlimmert als verbessert. Mal sehen wie das ausgeht.
Sonntag, 03.August 2025, 7. Wandertag -Sauerrahmbrei, gibt es etwas Widerlicheres?
Ramsjøhytta- Storerikvollen 18,5km, 299 Höhemeter, 6h40min
Noch immer hatten wir keine Ersatzschuhe gefunden. Also konnten wir nur die Stiefel nochmal tapen, diesmal hatten wir aber wieder nur das Sporttape (und das was vom Panzertape noch heil war).

Als wir so die Schuhe tapten kam der alte Mann gerade raus der gestern so spät mit seiner Frau ankam. Er fragte was wir fuer ein Problem hatten und wir erklärten es ihm. Er hatte doch grosse Zweifel das das halten wuerde. Er hatte wohl Mitleid mit uns jedenfalls bot er uns seine Huettenturnschuhe an. Er wollte eh nur paar Tage hier bleiben und könnte da durchaus drauf verzichten während wie sie offensichtlich nötig hatten. Puh, dankend nahmen wir das Angebot an. Da es aber nicht wirklich geländegängige Schuhe waren sondern so eher Hallenturnschuhe, beschlossen wir es trotzdem noch so lange es ging mit den Stiefeln zu versuchen.
Heute war das Wetter deutlich besser und ich habe noch paar Bilder vom Huettenplatz gemacht, heute sogar mit Aussicht.
Wir starten gegen 9 Uhr. Der heutige Tag begann doch tatsächlich ersteinmal mit einer gemuetlichen Wanderung leicht bergab und mit durchaus tollen Aussichten. Das wir das noch erleben durften. Und viele Holzbohlen gab es hier auch so das wir gut vorankamen. Nur die Meindl hatten keine Lust mehr und so hatten sie schon nach kurzer Zeit ausgedient und Thorben tauschte auf die Turnschuhe.
Nach ca. 4 Kilometern kommt man auf einen Fahrweg. Hier gab es einen schönen Rastplatz den wir natuerlich fuer eine Pause nutzten. Wir sind 1h15min bis hierher gelaufen. Und meine Schuhe sind sogar noch trocken. Ein Wunder.
Und dann mussten wir ersteinmal ein Stueck diesen Fahrweg entlang laufen. Mal was anderes.

Nach einigen hundert Metern folgt man dann rechts einem kleineren Forstweg und plötzlich steht man vor einem unverhofften Hindernis.

Nicht sehr tief aber breit und ohne Steine wo man drauf treten könnte. Also Schuhe aus. Zumindest fuer mich. Thorben hatte keine Lust und suchte sich mit Svens Hilfe eine Stelle wo er drueber springen konnte. In seiner jugendlichen Leichtigkeit kann er ja deutlich weiter huepfen als ich.
Ja und irgendwann zweigt dann der Wanderpfad ab. Dieser schien noch gar nicht lange hier lang zu verlaufen, erstens er war ziemlich frisch erst aufgetrampelt, zweitens war er auf der Karte woanders eingezeichnet. Aber er war gut markiert und wir folgten ihm.

Die alte Streckenfuehrung ging durch eine kleine Siedlung vermutlich wollten die Hausbesitzer das nicht mehr. Aber die neue Strecke war auch okej, auch wenn man mal wieder teilweise durchs Moor musste.
Dann gab es irgendwann einen Bach zu ueberqueren aber das gelang selbst mir trockenen Fusses, mit etwas Wegweisung meiner Mitstreiter.

Als wir dann 11.50 Uhr nach reichlich 8 Kilometern eine weitere Pause machten wurden wir von den Nackedeis ueberholt, die hörte man ja immer schon von Weitem.
Was sich heute als schwierig gestaltet ist die Wasserversorgung. Hätten wir das gewusst hätten wir ja vorhin an dem Bach aufgefuellt aber wir hatten nicht damit gerechnet. Immerhin gab es ja in letzter Zeit einigen Regen. Und das Problem war ja auch nicht das Wasserläufe ausgetrocknet sind sondern das man kaum welche passiert.
Und dann ging die Wanderung weiter in so lichtem Birkenwald. Ueber Wiesen, ueber Moore, wieder durch lichte Wäldchen. Es ging einfach immer ziemlich eben dahin, also eigentlich war es nahezu langweilig.
Es war komisch. Da ging es heute mal nicht steil den Berg hoch sondern einfach nur bequem und auf gutem Pfad dahin aber das war irgendwie auch nix, zumal man keine Aussicht hatte. Und wenn man Kilometer fuer Kilometer fuer Kilometer das Gleiche sieht…… das ist irgendwie auch nix. Irgndwann ueberholten wir dann die Mädels als sie gerade Pause machten und als wir die nächste Rast machten ueberholten sie uns wieder. Mittlerweile ist es 13.15 Uhr und wir haben 12 Kilometer hinter uns. Während es bisher eher bedeckt war kommt jetzt die Sonne raus, herrlich.
Dann kamen wir an einen Bach. Nix besonderes, in der Mitte lag ein Stein wo man drauf springen konnte und von dort dann ans andere Ufer. Aber irgendwas passierte trotzdem in meinem Fuss, als ich auf dem Stein landete um mich wieder abzustossen fuhr mir ein Schmerz in den Fuss. So komisch. Mitten im Fuss.Ich dachte mir zunächst nix dabei, Augen zu und durch. Die beste Aussicht gab es heute als dann endlich das Sylenmassiv am Horizont auftauchte.
Weiter ging es ueber Wiesen, Moore, Wäldchen, gruen, gruen, gruen. Irgendwo mitten im Nichts hing plötzlich eine Rolle Mentos an einem Busch mit der Notiz: Fuer Anneli. Das war aber nett. Das haben die Hundeleute da hingehängt fuer das Mädchen was mit seinem Vater wandert. Als Motivation.
Dann kommt man irgendwann auf einen Fahrweg der nach Storerikvollen fuehrt. Wir hatten uns schon im Vorfeld dagegen entschieden, der liesse sich sicherlich leichter laufen, laut Karte wuerde der aber deutlich mehr Höhenmeter bedeuten. Und da hatten wir keine Lust. Nur Thorben wollte lieber den Fahrweg laufen, war bereit die zusätzlichen 900 Meter in Kauf zu nehmen. Aber alleine wollte er es dann auch nicht gehen und so folgte er uns dann schmollend. Hier auf der Strecke gab es plötzlich auch richtigen Wandererverkehr. Hat man doch in den letzten Tagen im Grossen und Ganzen immer nur die gleichen Leute gesehen gab es hier jede Menge Tagesgäste die nun offensichtlich auf dem Weg zurueck zum Auto waren. Du meine Guete wie sie da alle ohne Rucksack langspazieren……da kommt man sich wirklich verarscht vor. Wir waren nun schon so lange unterwegs um zu dieser Huette zu kommen und andere fahren mit dem Auto bis 3 km vorher und spazieren dann nur hin. Da treffen Welten aufeinander.
Irgendwann trifft der Wanderweg dann wieder auf den Fahrweg und hier bekam Thorben dann plötzlich ein totales Tief, auch die Tatsache das es gar nicht mehr weit bis zur Huette war konnte ihn nicht aufmuntern. Sven blieb bei ihm während ich schonmal vorauseilte um Cola zu besorgen. Immerhin, wir hatten heute super Wetter da kam so eine kalte Cola gerade richtig.
Nachdem die Jungs angekommen waren und ich sie mit Erfrischungen versorgt hatte ging ich einchecken. Es war jetzt kurz vor 16 Uhr. Ich hatte fuer diese Huette nur Halbpension gebucht. Immerhin waren es 18 Kilometer bis hierher und Abendbrot gab es immer schon 18 Uhr. Damit wir keinen Stress bekommen rechtzeitig da sein zu muessen hatten wir beschlossen lieber eigenes Abendbrot mitzunehmen. Als ich beim Einchecken fragte wo man denn hier sein Essen kochen könnte bekam ich nur die pampige Antwort das es da nix gibt, da muss man schon seinen eigenen Kocher mit haben. So ist das in norwegischen bemannten Huetten. Na toll, ich schlafe doch nicht in Huetten damit ich dann nen eigenen Kocher mitschleppe. Und nun? Das Rentiergeschnetzelte konnten wir definitiv nicht zubereiten. Aber nachdem die Frau so schnippisch war hatte ich keine Lust, das Abendbrot noch dazuzubuchen. Hin und her ueberlegt, was hatten wir noch an Essen uebrig? Ein paar gekochte Nudeln, ein belegtes Brot, ein paar Riegel. Das wuerde schon irgendwie gehen. Ich war fest entschlossen hier definitv nicht im restaurnt zu Abend zu essen. Allerdings ueberstimmten mich die beiden Jungs, sie wollten lieber ein richtiges Essen. Naja, da gab ich mich geschlagen und ging widerwillig doch noch das Abendbrot dazubuchen.
Als ich einchecken wollte sah ich das man hier Waffeln mit Sahne und Marmelade kaufen kann. Sofort war es fuer mich klar das wuerden wir uns heute gönnen. Nachdem die Jungs angekommen waren habe ich also 3 Waffeln geordert welche dann sogar nach draussen serviert wurden.

Allerdings war etwas komisch. Die Sahne war sauer. Nanu. Ich wollte es reklamieren gehen, las aber sicherheitshalber nochmal genau nach ob es wirklich Sahne geben sollte. Da stand Rømme. Ich dachte das sei Sahne. Als wir google fragten stellte sich heraus das das Sauerrahm ist. Aber denen ist es echt gelungen das es aussah wie Schlagsahne.
Wir bezogen dann unser Zimmer und gingen erstmal duschen. Das ist trotz allem ein angenehmer Vorteil mit diesen bemannten Huetten. Fliessend warmes Wasser. Und hier war die Dusche auch nicht so altertuemlich wie in der Schultzhytta, hier kannte man schon das Phänomen der Mischbatterie.
Auch heute ging es nicht ganz ohne Regen, es zog im Laufe des Nachmittags zu und regnete dann am Abend auch.
Als wir heute mal so unsere Wehwehchen auflisteten fiel auf auf das Thorben total zerstochene Beine hat. Das war irgendwie merkwuerdig, haben wir doch bisher noch so gut wie gar kein stechendes Insekt gesehen. Die muessen unsichtbar sein und es ausschliesslich auf Thorben abgesehen haben. Junges Blut halt. Und mein Fuss war mittlerweile so schlimm das ich kaum noch auftreten konnte. Na das konnte ja was werden morgen.
Uebrigens eine herrliche Stelle dieses Storerikvollen. Wie ein Bergbauernhof. Mit Schafen, Wiesen usw. Also hier könnte man wirklich einen ganzen Sommer verbringen. Zumal die Aussicht auf den See und das Sylenmassiv auch nicht zu verachten ist.
Beim Abendbrot dann war ich wirklich kurz vorm Nervenzusammenbruch. Ich hatte ja so schon nur widerwillig die 430 NOK pro Person bezahlt. Aber als ich dann bei der Presentation des Menues nur verstand das es Milchreis mit Ruehrei gibt dachte ich ich habe was verpasst. Ich fragte dann vorsichtshalber die anderen am Tisch was es denn nun zu essen gibt, ich dachte ja der Milchreis ist die Vorspeise. Nein, Milchreis war die Hauptspeise. Und Sauerrahmbrei und Ruehrei. Das durfte doch nicht wahr sein. Ehrlich ich war fix und fertig. Und dann kam das Essen, wie versprochen Milchreis (aber so wenig das nichtmal jeder einen Teller voll bekam), Sauerrahmbrei, fluessige Butter, Zucker und Zimt,Ruehrei. Aber da war es noch nicht zu Ende, es kamen dann noch mehr Sachen: Kartoffeln, Kartoffelsalat, Melone und eine Wurstplatte. Von der Wurstplatte abgesehen reichten die anderen Sachen gerade so daas jeder einen Löffel voll nehmen konnte. Es hat sich wirklich angefuehlt wie Resteverwertung. Ich habe ja grundsätzlich nichts dagegen aber wenn man 430 NOK fuer das Essen verlangt und man dann nur das bekommt was im Prinzip uebrig ist…. Alleine die reichhaltige Wurstplatte mit Rentierwurst, Schinken und anderem machte das Ganze heilwegs okej. Aber es war schon eine komische Kombination.
Zum Nachtisch gab es dann Torte. Na damit hatte man jetzt auch nicht gerechnet. Und die war wirklich lecker. Dazu gab es noch 5 Gläser Dessert, eine Creme, war wahrscheinlich auch vom Tag uebrig daher nur 5 Stueck. Aber die war auch sehr lecker. Als dann später noch von den Gläsern aufgefuellt wurde holte sich auch Thorben ein Glas. Nachdem er angefangen hatte zu essen meinte er nur: sag mal Mama hat dir das geschmeckt? Na klar, warum sollte Karamellcreme nicht schmecken. Aber Thorben blieb dabei das irgendwas mit der Creme komisch war, die hatte einen merkwuerdigen Beigeschmack. Er fand den sogar so schlecht das er es gar nicht aaufessen wollte. Naja, hab ich das dann erledigt, kann doch nicht einen Nachtisch wegschmeissen. Aber ich musste ihm Recht geben, irgendwas war nicht wie bei den ersten 5 Gläsern. Zufällig bekam ich dann mit wie jemand am Nachbartisch fragte was da in der Creme ist: Brunost. Na das erklärte ja einiges. Brauner Käse, auch bekannt als Geitost. Also so ein Blödsinn. So ein teures Zeug in den Nachtisch machen was aber den Geschmack nur versaut.
Nach dem Abendbrot haben wir dann unsere Getränkeflaschen an den vorgesehenen Ort gestellt. Ich hatte nämlich mitbekommen, das man fuer unterwegs auch Saft bestellen kann und das man man da auch ne normale Trinkflasche hinstellen kann. Man stellt da also abends seine Flaschen da hin, macht nen Zettel dran wo man ankreuzt was man haben will und am nächsten Morgen nimmt man die gefuellte Flasche dann dort wieder weg. Funktioniert einwandfrei.
Mittlerweile sind auch die 4 Deutschen hier angekommen. Sie zelteten aber haben gefragt ob sie ne Flache heisses Wasser bekommen können. Kein Problem, 70 NOK. Was???? 70 NOK fuer ne Thermosflasche heisses Wasser? Da haben sie das Wasser selbst gekocht, da sie ja mit Zelt unterwegs waren hatten sie dementsprechend auch einen eigenen Kocher mit. Nachdem sie fertig waren mit dem Essen haben wir noch etwas zusammengesessen und gequatscht, immer wieder nett.
Auf der heutigen Etappe sind wir tatsächlich unter 300 Höhenmetern geblieben und das trotz der Länge der Etappe.
Montag, 04. August 2025, 8. Wandertag, Sturmtief im Anmarsch
Storerikvollen-Nedalshytta 23,75km, 713 Höhenmeter, 8h50min
Heute frueh 5.45 Uhr schoss mir plötzlich durch den Kopf das ich gar nicht weiss wo unsere Wanderschuhe hingekommen sind. Da stieg erstmal Panik auf aber ich zwang mich zur Ruhe, meine Jungs wuerden hoffentlich wissen wo sie sind (wussten sie dann auch da sie sie gestern weggeräumt hatten). Nur mit der Nachtruhe was es halt in dem Moment vorbei.
Als ich dann mal wieder als erste des ganzen Huettenplatzes auf dem Klo war konnte ich diesen herrlichen Huettenplatz mal in Ruhe betrachten, ohne Menschengewusel. Wirklich ein herrliches Fleckchen Erde, hier könnte man es durchaus länger aushalten wenn man den Platz fuer sich alleine hätte.
Das Sturmtief Floris schickte heute schonmal seine Vorboten. Es war ziemlich windig. Selbst die Nackedeis zogen sich heute etwas ueber und wanderten in kurzen Hosen und Tshirt, teilweise wurden sie sogar mit Pullover gesichtet. Das will was heissen.
10 Minuten vor um 9 machen wir uns auf den Weg. Wir haben heute eine lange Strecke vor uns, so zwischen 22 und 24 Kilometer, je nachdem welches Schild oder welche Karte man fragt.
Zunächst geht es ziemlich eben voran, da wo es nass ist liegen Holzbohlen. Nach ca. 3 Kilometern kommt man an einen See mit einem herrlichen Sandstrand (also warum können solche fantastischen Badestellen nicht mal am Ende eines Tages kommen sondern meist am Anfang wo es gar keinen Sinn macht wenn man eh danach wieder ins Schwitzen kommt.) Den Zufluss des Sees quert man ueber eine sagen wir mal etwas abenteuerlich aussehende Bruecke. Diese hatte ich schon im Internet gesehen und fragte mich schon die ganzen Tage wann die eigentlich kommt. Na hier war sie also.
Kurz nach der Bruecke begann dann der Anstieg. In der Tourbeschreibung stand das der Weg etwas Höhe hält wegen der Aussicht so es kam nicht ueberraschend. Ueberraschend kam nur das es im Prinzip die nächsten 18 Kilometer nicht mehr aufhörte anzusteigen. Aber das wussten wir jetzt noch nicht, hier dachten wir nur, es geht mal kurz bergauf. 10.15 Uhr nach 4,75 Kilometern, machten wir dann eine erste Pause. Hier gab es mal keinen Sumpf und man konnte sich auch mal hinsetzen. Und eine schöne Aussicht hatte man tatsächlich. Mittlerweile haben uns auch schon so gut wie alle ueberholt, aber das ist uns egal, wichtig ist das wir es nicht zu schnell angehen schliesslich gilt es bis zur Huette durchzuhalten.
11.45 Uhr, nach weiteren 4 Kilometern, wieder eine Pause. Es ging viel bergan, es ist sehr windig und natuerlich haben wir das Ganze als Gegenwind. Wir haben uns vorgenommen, uns heute an die 4 Kilometer Regel zu halten, sprich aller 4 Kilometer eine längere Pause zu machen. Die Hundeleute laufen ungefähr das gleiche Tempo wie wir und so ist es ein ständiges einander ueberholen.
13.15 Uhr, nächste Pause. Wir haben schon mehr als die Hälfte der Strecke geschafft und haben soeben die erste Watstelle gemeistert. Thorben und ich haben direkt die Schuhe ausgezogen, da brauchte man nicht lange schauen um zu sehen das wir da nicht trockenen Fusses rueberkommen. Sven, der Watmeister hat natuerlich eine Stelle gefunden, aber er hat ja auch keine Turnschuhe an. Nach der Flussquerung wollten wir eine Pause machen und gerade als wir uns hingesetzt hatten öffnet der Himmel seine Schleusen, aber wie. Sven schaffte es gerade noch sich seinen Poncho drueberzuwerfen während Thorben und ich in Nullkommanichts bis auf die Haut durchgeweicht waren. Na super. Und das bei dem kalten Wind und der Tatsache das wir noch einige Kilometer vor uns hatten. Also das war wirklich sowas von unnötig.
Nachdem es aufgehört hatte zu regnen gingen wir weiter. Den Rucksack wieder auszusetzen war einfach nur widerlich da der Ruecken komplett nass war. Ich habe dann die Jacke ausgezogen und sie während des Laufens in den Wind gehalten in der Hoffnung sie wuerde so schneller trocknen. Nun folgte mal wieder ein recht steiler Anstieg welcher uns am Ende noch bis ueber 1000 Meter ueberm Meeresspiegel bringen sollte. Ich wusste gar nicht das man im Laufe der Wanderung ueberhaupt so hoch kommt. Und das es auf so einer Höhe noch Moore gibt war auch ausserhalb meines Vorstellungsvermögens.
Es kam dann noch eine weitere Watstelle die mal wieder den Watschreck in mir auslöste. War aber meine eigene Dummheit. Statt einfach die Schuhe auszuziehen und durchzulaufen oder einfach gleich mit Schuhen durchzulaufen bin ich Sven hinterhergegangen der fuer sich eine geeignete Stelle suchte um wie immer trockenen Fusses rueberzukommen. Tja, Sven fand auch eine Stelle aber mit Turnschuhen hatte man auch dort keine Chance und so bin ich am Ende doch mit den Schuhen durch. Das Problem: der Boden des Flusses bestand komplett aus Steinen, glatten, runden Steinen. Auf denen man null Halt hatte und nur rumrutschte, die Fuesse in unmögliche Stellungen brachte. Den Boden sah man auch nicht wirklich. Ich bekam wieder Panik und hatte Pippi in den Augen. Sowas kann ich einfach nicht hantieren.Thorben musste mir zur Hilfe kommen indem er mir einen Stock reichte. Also solche Momente sind die Einzigen wo ich Wanderstäbe wirklich gebrauchen könnte. Ja, dank Thorbens Hilfe kam ich ans andere Ufer aber nun tat mir mein eh schon angeschlagener Fuss noch viel mehr weh.
Von den Bergen her zog es schwarz auf, richtig schwarz. Wenn wir das abbekommen wuerden wären wir wieder patschenass und das obwohl wir endlich so heilwegs wieder trocken waren. Wir liefen zuegig voran, man sah das es rundrum regnete, auch bei uns regnete es aber nur leicht. Und wir kamen tatsächlich mit leichtem Regen davon, irgendwie gelag es uns, uns in einem kleinen Wolkenfenster zu bewegen wo die Wolken etwas lockerer waren.
15.30 Uhr. ca. 19 Kilometer gewandert. Eigentlich wollten wir aufgrund des Wetters ohne weitere Pause bis zur Huette gehen aber es ging einfach nicht. Und da es gerade nicht regnete und tatsächlich am Himmel etwas freundlicher aussah haben wir beschlossen doch nochmal zu rasten. Und das war auch gut so, waren wir doch ziemlich schnell gelaufen auf den letzten Kilometern und das rächte sich jetzt.
Lange konnten wir jedoch nicht beiben das es schon wieder schwarz aufzog. Und so liefen wir weiter, im Grossen und Ganzen ging es nun bergab. Dann kamen wir an so Steintreppen, ich glaube die haben mal Sherpas gebaut. Ist ja ganz nett anzuschauen und unerwartet so mitten in den Bergen aber zum Laufen nicht geeignet. Jede Stufe anders hoch und anders tief, da kam ueberhaupt kein Fluss beim Laufen auf, im Gegenteil man musste aufpassen nicht zu stuerzen. Und da steht da noch ein Schild man solle die Treppen benutzen um die Natur zu schuetzen. Aber da hätte man die Treppen irgendwie anders bauen muessen.
Gegen 17 Uhr kamen wir dann, nach gefuehlt einer halben Ewigkeit bergab laufen, an der Huette an. Und es waren natuerlich am Ende 24 Kilometer. Kaum waren wir da fing es auch an zu regnen, aber das war uns ja nun egal. Ich muss sagen, gemessen an dem was vorhergesagt war und was da so an Wetter unterwegs war sind wir wirklich glimpflich davongekommen, mal von dem heftigen Schauer nach der ersten Watstelle abgesehen. Wir haben heute ueber 700 Höhenmeter zurueckgelegt, Rekord auf dieser Wanderung. Auch wenn es im Prinzip den grössten Teil bergan ging so war dies doch sehr gemässigt, das wir trotzdem so viele Höhenmeter gesammelt hatten ueberraschte dann doch.
Als wir an der Huette ankamen war gerade ein Mann dabei so Stromzaun um den Huettenplatz zu ziehen. Ich dachte erst die haben vielleicht irgendwelches Viehzeugs wie Schafe oder so am Platz aber wie sich dann später herausstellte war das fuer Pferde. Man kann nämlich eine mehrtägige Reittour hier in die Berge unternehmen und diese Gruppe machte heute Nacht hier halt. Der Zaun war aber nicht dafuer da das die Pferde nicht weglaufen sondern dazu das sie nicht auf dem Innenhof rumlaufen und alles zertrampeln und eventuelle Zelte zerstören. Die Pferde selbst können sich im Prinzip frei in der Landschaft bewegen. Nur das ihnen die Vorderbeine mit ner Art Kette zusammengebunden werden und das ermöglicht ihnen, nur sehr kleine Schritte zu gehen und damit kommen sie nicht weit (also mir blutete das Herz als ich gesehen habe wie muehsam das Fortbewegen fuer die Pferde war, aber was weiss ich, die sind es vielleicht gewohnt und es macht ihnen nix aus, ich hoffte es jedenfalls).

Sven und ich sind dann noch schnell duschen gegangen, gerade rechtzeitig vor dem Abendbrot welches 18 Uhr serviert wurde. Hier gab es das erste Mal so ein 3-Gänge- enue wie ich mir ds eigentlich vorgestellt hatte. Wo jeder sein eigenes Essen bekommt und nicht nur Schuesseln rumgereicht werden wo der Letzte nur noch das bekommt was uebrig ist. Und auch das Essen war von einem ganz anderen Niveau. Zur Vorspeise gab es gebeizte Lachs mit Conjakcreme,

als Hauptspeise gab es eingelegten Lachs, Weinsosse, Kartoffelsalat (super lecker), Salzkartoffeln, en gruenen Salat. Also gerade das Gruenzeug war mal eine schöne Abwechslung, so frisches Obst und Gemuese war das was man in den anderen Huetten am meisten vermisst hat.
Und zum Dessert gab es Karamellpudding mit Karamellsosse und Sahnesosse. Und danach gab es dann fuer den der noch hungrig war Kaffee und Kuchen (und der Kuchen war superlecker). Das war ja in den anderen Huetten immer der 3. Gang, hier war es also extra.
Nach dem Abendbrot haben wir unsere Original Norge på Tvers T-shirts an der Rezeption abgeholt, die Tassen waren gerade aus und sollen zugeschickt werden.
Wir machten uns so unsere Gedanken bezueglich der 4 Deutschen. Sie wollten ja eigentlich ungefähr in der Hälfte der Strecke zelten. Wussten sie wie sehr es schon in der Nacht stuermen sollte? Auf der Strecke gab es ja im Prinzip nirgendswo eine windgeschuetzte Stelle. Ich sah sie schon in kaputtgepusteten Zelten sitzen und hoffte innerlich, sie wuerden doch bis zur Huette gehen auch wenn es sicher spät werden wuerde. Ich mein, geht mich ja eigentlich nix an, sie sind ja erwachsen aber auf so einer Wanderung wo man oftmals jeden Tag die gleichen Leute trifft ist man wie eine kleine Familie wo jeder auf jeden aufpasst. Schliesslich kann hier auch jederzeit was passieren. Gegen 21 Uhr kamen sie dann auch an der Huette an. Na, da konnte ich ja beruhigt schlafen (nachdem wir mit ihnen dann noch ein bisschen gesessen und erzählt haben)
Eigentlich wollte ich ja heute in die Sauna, hatte ja extra den Badeanzug die ganze Tour ueber mitgeschleppt (in Norwegen geht man bekleidet in die Sauna). Aber irgendwie hatte ich nun so keine Lust mehr, hatte ja schon geduscht und das reichhaltige Essen machte mich einfach nur träge.
Dienstag, 05.08.2025 9. Wandertag- Norge på tvers kompakt
Nedalshytta-schwedische Grenze 6,23 km, 345 Höhenmeter 1h45min
Die Aussicht heute morgen aus dem Fenster war fuer jemanden der Pferde mag (also fuer mich) sehr schön.

Die Nacht war ganz okej allerdings war mein Fuss heute morgen noch immer geschwollen, ganz schön sogar. Und weh tat er auch. Zum Glueck standen heute nur noch 6km auf dem Plan. Auch Svens Fersen sahen nicht wirklich gut aus und wurden noch ein letztes Mal verpflastert. Merke, Blasenpflaster haben auf offenen Stellen nix zu suchen, da machen sie mehr Schaden als Nutzen.
Ein letztes Mal ein Huettenfruehstueck, ein letztes Mal die Brotdosen fuellen. 9.10 Uhr, während die Pferdeleute noch dabei waren ihre Huftiere einzusammeln und fertig zu machen, verliessen wir die Huette. Ueber Nacht hatte uns das Sturmtief Floris erreicht und fuer heute war starker Wind mit 12 Meter pro Sekunde angesagt, mit Böen bis zu 22 Meter pro Sekunde. Na Hauptsache wir werden nicht weggepustet.
Die heutige Etappe wird ja in der Beschreibung als die Charmeetappe bezeichnet, weil sie so toll und gut zu laufen ist und so kurz ist.
Wir hatten gestern den Tip bekommen, zumindest am Anfang nicht dem ausgeschilderten Wanderpfad zu folgen sondern statt dessen dem Wirtschaftsweg der dann später auf den Wanderweg trifft. So wuerde man das nasseste Stueck vermeiden. Das liessen wir uns nicht zweimal sagen. Von der Huette aus ging es ersteinmal kurz bergab. Dann zweigt der Wanderweg nach links ab und der Wirtschaftsweg geht weiter geradeaus. Und steigt nun an, und zwar nicht wenig. Das hatte man uns wohl vergessen mitzuteilen. Puh, das verlangte nochmal alles von uns ab, vor allem da wir zum Grossteil Gegenwind hatten. Je höher wir kamen und je weiter sich der Weg vom urspruenglichen Pfad entfernte umso mehr kamen uns Zweifel ob das die richtige Entscheidung war.
Als wir uns dann endlich den gesamten Berg hochgekämpft hatten stiessen wir hier auf den Wanderweg. Der hatte als mit anderen Worten genausoviel Höhe zurueckgelegt.
Der Wirtschaftsweg endet dann am Kraftwerk und von hier aus muss man dann den Wanderweg nehmen. Und der hatte nochmal alles aufzubieten was wir in den vergangenen Tagen schon erlebt hatten. Steigungen, Sumpf, Moor. Norge på Tvers kompakt sozusagen. Von wegen Charmeetappe. Also wer die Wanderung so herum anfängt geht glaube ich am nächsten Tag nicht mehr weiter.
Aber wir mussten ja zum Glueck nur noch zum Auto und das konnte nun nicht mehr weit weg sein. Wir stemmten uns dem Sturm entgegen und kämpften uns Meter fuer Meter voran. Unterwegs stuerzte Thorben dann sogar und wäre fast einen Abhang runtergefallen, da ist mir mal kurz fast das Herz stehen geblieben.
Und dann hat dieser Weg auch noch beschlossen, mich nicht gehen lassen zu wollen. Thorben und Sven waren schon an der Grenze angekommen und ich hatte noch ca. 100 Meter vor mir samt ein letztes Schlammloch. Da es ja nun eh egal war ob die Fuesse nass werden (nasser ging ja wirklich nicht mehr) wollte ich einfach geradewegs durch den Schlamm. Tja, und plötzlich versank ich bis zum Knie in Selbigem und auch der andere Fuss steckte bis halbhoch zum Knie im Matsch. Auf allen Vieren kroch ich wieder aus dem Schlamm raus und mir war nur noch zum heulen. Das war irgendwie der krönende Abschluss der Tour, der Weg wollte mir wohl zeigen das wir im Grossen und Ganzen doch bisher eigentlich glimpflich davongekommen sind.
Da ich nun aussah wie ein Schwein nach einem Schlammbad

beschloss ich dem Wetter zu trotzen und doch schnell in den See zu huepfen so wie es die Norweger gemacht haben als ich das Auto abgestellt hatte. Doch siehe da, das war heute gar nicht möglich, der See hatte gerade so wenig Wasser das ich erst ein paar Meter hätte durch noch mehr Schlamm waten muessen um ans reinigende Nass zu kommen. Das macht ja nun auch keinen Sinn und so putzte ich mich nur notduerftig ab.
Als wir am Auto ankamen fing es auch noch an zu regnen so das wir uns nur schnell umzogen (der Fjällmief durfte gerne im Kofferraum bleiben) und dann fuhren wir los.
Zunächst nach Stugudalen. Heute war das Wetter besser als noch vor 10 Tagen und so sah man auch etwas mehr von der Umgebung die damals hinter den Regenwolken versteckt war. Zwischendurch kamen wir mal ein Stueck nur im Schrittempo voran da vor uns ein Traktor fuhr der den Wegrand mähte. Wahnsinn, hier draussen im Nichts. Und was fuer ein Aufwand, man hatte ja vorher auch extra noch die ganzen Pfosten wegggemacht die den Rand des Weges markieren, nur um da mähen zu können, und hinterher muessen die ja auch wieder rein.
In Stugudalen angekommen ging es ersteinmal in den Laden, dieser war diesmal bemannt. Thorben brauchte dringend Snus um wieder Mensch zu werden. Und ich fand, zu meiner Verwunderung, sogar Lefse, also die muss ich wirklich das letzte Mal uebersehen haben. Nach dem Einkauf war ich nochmal schnell auf der Toilette um mir den restlichen Schlamm von den Beinen zu waschen, so konnte ich mich dann auch später wieder in der Zivilisation blicken lassen.
Ja und dann, gegen 12 Uhr, traten wir die laaaange Heimreise an. War auch schön die Landschaft zu sehen ohne selber laufen zu muessen.
Nachdem wir unterwegs mal wieder alles mitnahmen was man nachts eben so mitnehmen kann, Gras mähen, Leitpfosten reinigen, Schwerlasttransport, Baustellen (alles natuerlich mit Stau verbunden) kamen wir 22.30 Uhr endlich zu Hause an. Einzige Pause hatten wir in Sundsvall wo wir im ChopChop zu Abend assen und gleich noch vollgetankt haben.
Zusammenfassend kann man sagen: hätte ich gewusst wie der Weg ist wären wir ihn nicht gegangen. Und das will was heissen, mich schreckt ja sonst so schnell nix ab. Aber das hier war schon wirklich hart an der Grenze und dabei hatten wir ja noch Glueck, die Moore können durchaus auch noch viel nasser sein wenn es nicht gerade erst 3 Wochen 30 Grad hatte. Also diese Wanderung kann man wirklich nur jemandem empfehlen der wirklich alles andere schon gesehen hat, sich gerne im Moor fortbewegt und kein Problem mit jeder Menge Höhenmetern hat. Wer gerne eine Wanderung machen möchte und die Landschaft und die Wanderung selbst geniessen möchte ist hier definitiv falsch.
Und so haben meine Schuhe nach einer Wanderung auch noch nie ausgesehen:




























































































































































































































































































































































































