War es die richtige Entscheidung?

War es die richtige Entscheidung?

Wenn wir demnächst unseren Louis aus der Winterverwahrung heim holen testen wir mal wieder eine neue Fährverbindung.

Eigentlich war ich ja zu 100 Prozent darauf eingestellt das wir diesmal ueber Dänemark und die Grosse Beltbruecke samt die Öresundsbruecke fahren da ich einfach mal flexibel sein wollte und nicht wieder irgendeine Fährzeit passen wollte. Das stresst einen immer so und am Ende ist man immer viel zu zeitig dort und muss stundenlang warten, in der Zeit könnte man auf dem Landweg einfach fahren.

Aaaaaber, neulich sind wir alles nochmal durchgegangen, haben auch nochmal Fährverbindungen geschaut die eher etwas ungewöhnlicher sind und siehe da, nun fahren wir doch wieder Fähre. Und zwar von Svinemuende in Polen nach Malmö. Wir haben das alles durchgerechnet, dies ist der schnellste Weg, wir können einen ganzen Tag länger in Deutschland bleiben. Denn diese Fähre geht ueber Nacht und man kommt also auch im Schlag vorwärts, das macht man ja nicht wenn man die ganze Strecke selbst fährt und dann ueber Nacht irgendwo steht.

Fuer diese Fähre haben wir ca. 2300 SEK bezahlt, mit Kabine. Und da ich auf der deutschen Seite von Finnlands gebucht habe und bei Bezahlung in Euro ein besserer Tauschkurs rauskam haben wir auch noch Geld gespart und dem Louis einen Stromanschluss auf der Fähre gegönnt. Fuer den Kuehlschrank. Der wird ja sicher voll sein und auf Gas darf man den ja nicht laufen lassen.

Als ich dann mal schauen wollte, ob auf der Strecke durch Polen Mautstrecken dabei sind machte ich eine nicht so schöne Entdeckung. Fuer PKW und Wohnmobile unter 3.5 Tonnen sind es ja gar nicht so viele Strecken die ueberhaupt mautbelegt sind. Tja, aber fuer Wohnmobile ueber 3,5 Tonnen sind nicht nur die Autobahnen sondern auch viele Landstrassen mit Maut belegt. Und man muss an das E-toll System angeschlossen sein und braucht einen Transponder. Na toll. Damit hatten wir nicht gerechnet. Zum Glueck kann man auch ueber Deutschland fahren und das Stueck von der Grenze zum Fährhafen ist von der Maut befreit. Bin ich ja froh das wir nicht eine der anderen Polenfähren gebucht haben. Vor allem, das es da keine einheitlichen Transponder gibt. Da hat man einen fuer Norwegen, dann einen anderen fuer Polen und ich glaueb in anderen Ländern braucht man wieder einen anderen. Da ist ja irgendwann die ganze Windschutzscheibe voll von Mautlesegeräten.

Naja, wenn ich grade mal dabei war habe ich dann mal geschaut ob es in Deutschland auch irgendwelche Besonderheiten gibt. Und siehe da: ja. In Deutschland duerfen wir nur 100km/h auf Autobahnen fahren. Besteht LKW-Ueberholverbot gilt das auch fuer uns und wir duerfen nur 80 auf der rechten Spur fahren bis das Ueberholverbot aufgehoben ist. In Dänemark und Finnland darf man uebrigens sogar nur 80 fahren mit einem Wohnmobil ueber 3.5 Tonnen. Nur in Schweden nicht. Hier darf man so schnell fahren wie es eben erlaubt ist, also 110 bis 120 km/h. Hier scheint es also kein Problem zu sein das man etwas schwerer ist während andere Länder schwerere Mobile fuer gefährlicher halten. Zumal, das zulässige Gesamtgewicht sagt ja auch ueberhaupt nichts ueber das tatsächliche Gewicht aus. Ich denke, bisher waren wir nie schwerer als 3.5 Tonnen, wir haben ja nie viel mit. Aber klar, wenn wir dann in Deutschland erstmal einkaufen waren, dann werden wir wohl das erste Mal etwas schwerer unterwegs sein.

Weiter gibt es auch gewisse Fährverbindungen, z.B. von Danzig nach Nynäshamn die wir schon zweimal mit PKW gefahren sind, dort kann man nur Wohnmobile bis 3.5 Tonnen als Fahrzeug buchen, hat mein ein Wohnmobil darueber wird dies als Fracht behandelt und man muss einen speziellen Frachttarif anfragen. Bei Finnlines dagegen spielt das Gewicht ueberhaupt keine Rolle, da geht es nur um Länge und Höhe.

In Frankreich gibt es auch Spezialregeln, da muss man Tote-Winkel- Aufkleber am Auto haben wenn man ueber 3.5 tonnen zulässiges Gesamtgewicht hat.

Zusammenfassend kann man also sagen, wenn man ein Wohnmobil ueber 3.5 Tonnen Gesamtgewicht hat ist alles komplizierter und man muss sich mit den abweichenden Regeln jedes Landes beschäftigen. War es also die falsche Entscheidung, die schwerere Variante zu nehmen? Wir sind uns einig: auf keinen Fall. Wir haben nämlich keine Lust, von Papptellern zu essen, nur mit halbvollem Wasser- und Benzintank zu fahren. Auch wollen wir die Einrichtungsgegenstände kaufen die uns gefallen und nicht die die am leichtesten sind damit man das Gewicht nicht ueberschreitet. Z.B. wiegt der Tisch den ich gekauft habe schon um die 10kg. Auch haben wir kein Plastegeschirr oder dergleichen. Und wenn wir mal länger unterwegs sind werden wir auch keine Probleme haben, mehr Verpflegung und mehr Klamotten mitzunehmen. 

Und jetzt noch ein Wort zum Wetter. Es geht uns langsam auf den Geist. Seitdem wir von Gran Canaria zurueck sind ist es kalt, eiskalt. Im Schnitt so um die minus 20. Heute frueh waren es wieder minus 27. Die Kälte ist nun ueberall reingekrochen, in die Hauswände, die Fenster. Entsprechend hoch sind Heizungs-und Stromkosten. Fuer Januar haben wir ca. 1500 Euro allein an Nebenkosten. Und der Februar ist bisher nicht besser und soll auch nicht mehr besser werden, im Gegenteil, man erwartet das die Kälte bis Monatswechsel März/April bestehen bleibt. Na schönen Dank auch. Wo ist die Klimaerwärmung wenn man sie mal braucht? Natuerlich, es sieht schon toll aus wenn alles so weiss ueberzogen ist aber eben nur wenn man selbsst nicht raus muss.

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